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Philologia sanat

Studien für Hans-Albrecht Koch zum 70. Geburtstag

Edited By Gabriella Rovagnati and Peter Sprengel

Medizin und Literatur stehen in einem so wechselvollen wie spannenden Dialog, der in zahlreichen Studien des dem Philologen und Bibliothekar Hans-Albrecht Koch gewidmeten Bandes beleuchtet wird – von der altgriechischen Komödie über das Volksbuch von Till Eulenspiegel zur Volksmedizin und Erfahrungsseelenkunde der Aufklärung und weiter über Klassik und Romantik bis hin zu Autoren und Diskursen des 20./21. Jahrhunderts. Andere Essays umspielen den roten Faden mit Seitenblicken auf Fellinis Antike-Rezeption, mittelalterliche Buchkunst und Sakralskulptur, Beethovens «Fidelio», Chamissos Langzeitwirkung und einen vergessenen Züricher Zeichner. Die Linie setzt sich fort mit neuem Material zum «Netzwerker» Rudolf Alexander Schröder und Einblicken in die aktuelle Architektur und Hochschulpolitik.

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Die Literatur und ihr therapeutisches Potential für die Beziehungen zwischen gesellschaftlichen Großgruppen. Am Beispiel des Romans Himmelchen von Brygida Helbig (Anna Kochanowska-Nieborak)

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Anna Kochanowska-Nieborak

Die Literatur und ihr therapeutisches Potential für die Beziehungen zwischen gesellschaftlichen Großgruppen. Am Beispiel des Romans Himmelchen von Brygida Helbig

1.    Vorbemerkungen

Die vielfältigen und oft komplexen Beziehungen zwischen Literatur und Medizin, die im Zentrum des vorliegenden Bandes stehen, haben in der Jahrtausendwende eine Fülle von wissenschaftlichen Publikationen hervorgebracht, was nicht zuletzt mit der seit dieser Zeit datierenden Konjunktur der Interdisziplinarität zusammenhängt. Ihre Autoren erinnerten daran, dass die Vorstellung von der scheinbar unüberbrückbaren Kluft zwischen den Naturwissenschaften und den Geisteswissenschaften (oder sogar die Vorstellung von zwei verschiedenen Kulturen: einer naturwissenschaftlichen und einer literarischen)1, die sich infolge der horizontalen Ausdifferenzierung des wissenschaftlichen Systems seit dem 18. Jahrhundert, den notwendigen Grenzziehungen zwischen den neu entstehenden Teildisziplinen und weiteren Spezialisierungen herausbildete, im Grunde genommen eine „erfundene Tradition“ im Hobsbawm’schen Sinne ist. So wies man darauf hin, dass sich die Literatur bereits seit der Antike der Medizin zugewandt hat, und dass auch umgekehrt sich die Medizin auf vielfache Weise auf die Literatur bezog.2 Das Hauptinteresse der Forscher galt dabei insbesondere solchen Bereichen wie den motivgeschichtlichen Untersuchungen zu Ärzten und Krankheiten in der Literatur, den möglichen Verknüpfungen von Literatur-, Sozial-, Gesellschafts- und Medizingeschichte sowie der dichterischen Produktion von Medizinern bzw. Patienten, wobei als prominente Beispiele für den deutschsprachigen Raum etwa ← 489 | 490 → Friedrich Schiller, Justinus Kerner, Georg Büchner, Arthur Schnitzler oder Gottfried Benn dargestellt wurden.3

2.    Literatur als Therapeutikum

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