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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Illokutionen am Beispiel des Arbeitszeugnisses

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Anlass zur Bildung und Verwendung von Euphemismen ist – der einschlägigen Literatur zufolge – das Tabu (cf. u. a. Reutner 2009). Als Kategorie außersprachlichen Charakters werden Tabus verschiedener Art des Öfteren jedoch oft vereinfachend zusammengefasst.1 Euphemismen „entstehen“ jedoch in verschiedenen Situationen unter diversen Bedingungen. Die Motivation zum euphemistischen Sprachgebrauch ist unterschiedlich. Beispielsweise hat das Tabu beim interessenabhängigen Sprachgebrauch (Verschleierung) eine andere Dimension als bei den verhüllenden Höflichkeits-Euphemismen oder beim Understatement. Im Folgenden wird kurz die Illokution angesprochen, die dem euphemistischen Gebrauch von Sprache in den deutschen qualifizierten Arbeitszeugnissen zugrunde liegt. Die nachstehende Reflexion stellt einen Ausgangspunkt zu einer breiter angelegten Betrachtung der Textsorte in einer umfangreicheren Untersuchung dar.

1.       Konversationelle Implikatur und Präsupposition als Euphemismen

Neben Ersatzlexemen, die als die wichtigsten Realisierungsmittel der Euphemismen gelten (cf. Zöllner 1997: 129, Reutner 2009: 121), sind – und zwar nicht nur im Falle der nachstehend angesprochenen Textsorte – auch andere Ausdrucksweisen zu beachten, die man als euphemistisch betrachten kann. Hierunter sind Äußerungen zu erwähnen, die konversationelle Implikaturen auslösen (cf. Grice 1975), und die Präsupposition (cf. u. a. Levinson 1994: 169–225). Diese beiden zentralen Kategorien der Pragmalinguistik können aufgrund der folgenden Charakteristika voneinander unterschieden werden: Während die konversationelle Implikatur (1) gelöscht werden kann, wenn z. B. die Äußerung einer „Reparatur“2 unterzogen wird (1‘), besteht bei der Präsupposition keine Möglichkeit der Annullierung (2):3 ← 15 | 16 →

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