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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Argumentation in politischen Texten – Neuere Formen ihrer Erforschung

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Thomas Niehr (Aachen, Deutschland)

Argumentation in politischen Texten – Neuere Formen ihrer Erforschung

Politisches Handeln ist zu weiten Teilen sprachliches Handeln. Folgt man der klassischen Definition Lübbes (1975: 107), so besteht politisches Handeln darin, „im Medium der Öffentlichkeit Zustimmungsbereitschaften zu erzeugen“. Insbesondere in Demokratien, die sich als deliberativ verstehen, geschieht dies mittels Argumentation. Im Folgenden soll der Frage nachgegangen werden, wie sich Argumentation in politischen Texten zeigt. Diese Frage stellt sich vor dem Hintergrund neuerer computergestützter linguistischer Verfahren. So wie Untersuchungen zur Lexik mithilfe lexikostatistischer Verfahren zu neuen Erkenntnissen kommen können, die mit einer manuellen Analyse nicht durchführbar wären, so könnte auch die Argumentationsanalyse von computergestützten Verfahren profitieren. Diese könnten dazu beitragen, argumentative Passagen in Texten zu identifizieren – analog zu computergestützter Wortsuche. Darüber hinaus wären komplexere Suchen (nach bestimmten Argumentationsmustern) denkbar.

Um die Möglichkeiten computergestützter Argumentationsanalyse realistisch einzuschätzen, bedarf es zunächst einer Klärung, was als Argumentation verstanden werden soll. Eine häufig zitierte Definition beschreibt Argumentation als ein Verfahren, „etwas kollektiv Strittiges in etwas kollektiv Geltendes“ zu überführen (Klein 1980: 19). Eine andere Herangehensweise betont hingegen den Schlusscharakter argumentierender/konklusiver Sprechhandlungen: Grundlage jeglicher Argumentation ist eine regelhafte Beziehung zwischen Daten und Konklusion. Klein bezeichnet sie als „Basiskonditional“ der Form „falls p, dann q“ (Klein 1987: 90 ff.). Ein solches wird in Texten meist lediglich impliziert, wie bereits Toulmin (1996: 91) betont: „Auf Daten wird explizit Bezug genommen, auf Schlu...

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