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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Analyse von Metakommunikation und Metadiskurs im öffentlichen Diskurs am Beispiel von Schweigen und Tabu

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Metasprache kann sich sowohl auf das Sprachsystem (langue) als auch auf den Sprachgebrauch (parole) beziehen. Dabei haben wir es mit einem sehr alltäglichen Phänomen zu tun: Wir verbessern Fehler, spezifizieren oder disambiguieren Wortbedeutungen oder machen uns über den Sprachgebrauch anderer lustig. Dies deutet auf das Vorhandensein eines hohen Grades an Sprachbewusstheit hin, die sich durch Metakommunikation explizit manifestieren kann. Dies ist für den Bereich öffentlich-politischer Kommunikation besonders interessant.

In der Politolinguistik ist man sich einig, dass politisches Handeln essenziell sprachgebunden ist. Unsere Alltagserfahrung mit Politik ist in erster Linie medienvermittelt, und mediale Politikberichterstattung ist fast genauso essenziell metakommunikativ wie Politik sprachgebunden ist: Sprechen über politisches Handeln ist fast immer Sprechen über das, was PolitikerInnen sagen, behaupten, unterstellen, entgegnen, verhandeln etc. Auch Sprachkritik mit politisch-sozialem Anliegen ist eine Form von Metakommunikation. Diese kann punktuell erfolgen, z. B. mit Blick auf ein bestimmtes Wort oder eine bestimmte Formulierung wie etwa die Aktion „Unwort des Jahres“ der Gesellschaft für deutsche Sprache.

Im Unterschied zu solchen metakommunikativen Äußerungen verstehe ich im Folgenden Metadiskurs als ein Geflecht wiederkehrender metakommunikativer Aussagen über bestimmte sprachliche Phänomene oder im Rahmen von Diskursen, z. B. Diskursen über die Nazi-Vergangenheit oder Migration. Ziel dieses Beitrages ist es, anhand zweier Beispiele knapp zu skizzieren, wie die Analyse von Metadiskursen Rückschlüsse auf Spracheinstellungen und Sprachideologien erlaubt, indem sich in ihnen Erwartungen, was (wie) gesagt werden soll, manifestieren. Ein weiterer Ertrag aus solchen Analysen besteht darin, dass sie ein...

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