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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 3

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert sprachwissenschaftliche Sektionen des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit den Sektionen ‚Beziehungsgestaltung durch Sprache‘ sowie ‚Diskurs und Politik‘. Daran schließen sich ‚Welche Mündlichkeit, welche Schriftlichkeit? Sprache unter medialen Bedingungen‘ und ‚Die Poetizität der Sprache‘ an. Die Sektionen ‚Diskursbedeutung und Grammatik: Transtextuelle und gesprächsübergreifende Aspekte grammatischer Inventare‘ sowie ‚Kontrastive Textologie‘ beschließen den Band.

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Kontrastive Textologie: Methoden und Methodenkritik

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Bernd Spillner (Duisburg, Deutschland)

Kontrastive Textologie: Methoden und Methodenkritik

1.       Synchroner Sprach- und Kulturvergleich

Der synchrone Sprachvergleich hat eine relativ lange Tradition in der Linguistik. In der Sprachtypologie werden vor allem formale sprachliche Einheiten verglichen, um Nähe, Abstand und Verwandtschaft zwischen Sprachen zu ermitteln: Laute, Morpheme, allenfalls Satztypen. Eine anwendungsorientierte kontrastive Linguistik hatte es bereits im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts gegeben, als Sprachunterschiede als Ursache von Lernschwierigkeiten und Fehlerursachen beim Fremdsprachenerwerb ermittelt wurden. Mit der Wiederentdeckung der Kontrastiven Linguistik um die Mitte des 20. Jahrhunderts mit der wegweisenden Arbeit von Lado (1957) wurde der Anstoß für eine systematische, anwendungsorientierte bilaterale Kontrastive Linguistik gelegt. Obwohl hier bereits kurz ein Vergleich auch von kulturellen Elementen konzipiert wurde, blieben die anschließend durchgeführten kontrastiven Analysen weit hinter diesem Anspruch zurück. Erst später wurde es durch die Konzeption einer ,Kontrastiven Semantik’ (Spillner 1971) bzw. einer ,Kontrastiven Pragmatik’ (Spillner 1978, 1988) ansatzweise möglich, sprachinhaltliche Komponenten zweier Sprachen in einer anwendungsorientierten Kontrastiven Linguistik zu vergleichen.

Nachdem schließlich eine kommunikativ fundierte Textlinguistik entwickelt worden war, ergaben sich die Möglichkeiten, Textsorten interlingual zu vergleichen und interkulturelle Kontraste zu analysieren. Es entwickelte sich eine auf strenger Vergleichsmethodik basierende ,Kontrastive Textologie’ (vgl. Spillner 1981, Hartmann 1982, Spillner 1983, 1997). Als methodische Objektbereiche entwickelten sich insbesondere die vergleichende Phraseologie, die Textsortenkontrastierung und die Paralleltextanalyse. Untersucht wurden zunächst alltagssprachliche Textsorten, später auch extensiv Fachtextsorten. Behutsam, aber zunehmend wurden dabei auch kulturelle Ph...

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