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Griechische visuelle Poesie

Von der Antike bis zur Gegenwart

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Lilia Diamantopoulou

Die Autorin untersucht das Formenspektrum griechischer visueller Poesie in ihrer sprachlichen und kulturgeschichtlichen Spannbreite: Vom antiken Technopägnion, den Kuben und Trigona, über die byzantinischen «gewebten Verse» oder die neuzeitlichen figurierten Lobgedichte bis hin zur Vielfalt experimenteller Formen in der Moderne und der Code Poetry unserer Zeit. Die literaturhistorische Darstellung berücksichtigt neben der rein textuellen Seite der entsprechenden Artefakte auch deren medialen und performativen Charakter und setzt sie in Bezug zu den internationalen Strömungen.

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9. Experimentelle Poesie und Postmoderne

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9.    Experimentelle Poesie und Postmoderne

Nach dem zweiten Weltkrieg beginnen sich weltweit literarische Gruppen zu bilden, die – eine neue, dem Zeitgeist angepasste Ausdrucksform suchend – sich verstärkt mit experimentellen Formen der Poesie beschäftigen, darunter sich auch der Formen und Methoden der konkreten und visuellen Poesie bedienen. So entstehen beispielsweise in Brasilien die Gruppe der Noigandres (bes. Pignatari, de Campos), im deutschsprachigen Raum die Wiener Gruppe (v. a. Artmann, Achleitner, Bayer, Rühm und Wiener), der Darmstädter Kreis (v. a. Bremer, Spoerri, Williams, auch Roth und Thomkins), die Stuttgarter Gruppe/Schule (v. a. Heißenbüttel, Döhl, Harig, Mon und auch Jandl), die eher international ausgerichtete Gruppe des Bielefelder Kolloquiums;801 in Frankreich wiederum die Spatialistes (Garnier), sowie weitere Gruppierungen in der Tschechoslowakei (rund um Jiří Kolář), in den USA, in Japan, Argentinien und anderswo. Im griechischsprachigen Raum tritt die experimentelle Poesie zunächst nicht auf programmatische Weise auf, sondern ist auf die persönliche Aktion einzelner Dichter/Künstler konzentriert, bis sich schließlich 1981 der Kern der „Gruppe visueller Dichter“ und 1987 im erweiterten Kreise gründet, von der im weiteren Verlauf des Kapitels eingehender die Rede sein wird. Wie auch bei anderen literarischen Strömungen nicht selten der Fall ist, trifft auch diese Form zeitverzögert in Griechenland ein. Nicht außer Acht zu lassen ist allerdings die politische Situation in den Jahren 1967–1974, der Zeit der Obristendiktatur, eine Zeit, die sich auf die literarische Produktion problematisierend, ja gar zensierend auswirkte. Während in...

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