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Das (franko-)algerische Kino

Eine filmgeschichtliche Studie aus transnationaler Perspektive

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Verena Domberg

Das algerische Kino begleitet die Geschichte des Landes seit dem Unabhängigkeitskrieg. Es reflektiert Entwicklungen und Probleme des modernen Algerien, dessen enge und konfliktreiche Beziehung zu Frankreich sowie die nationale Krise im Bürgerkrieg. Aus filmhistorischer, transnationaler und postkolonialer Sicht bietet diese Studie Einblick in mehr als ein halbes Jahrhundert (franko-)algerische Filmproduktion. Anhand eines umfangreichen Korpus werden mit der Konstruktion von Geschichte und Identität zwei Zentralthemen dieses Kinos ergründet. In exemplarischen Analysen untersucht die Arbeit Klassiker wie La Bataille d’Alger oder Chronique des années de braise, aber auch zahlreiche andere, dem europäischen Publikum weniger bekannte, Filme.

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IV Analyseteil

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IV  Analyseteil

Die gestalterischen Elemente eines Films tragen wesentlich dazu bei, dessen Botschaften zu formulieren. Sie legen Aussagen und Interpretationsfährten an und geben Aufschluss über mögliche dahinterstehende Denkansätze. Narrative Strategien vermögen es z. B., nationale Konzeptionen zu stützen, indem sie Geschlossenheit und Einheitlichkeit transportieren. Auf der anderen Seite ist es dem Film möglich, anhand fragmentarischer Strukturen, Dissonanzen und ambivalenter Figurenzeichnungen postkoloniale Dynamiken und prozessuale Identitätsentwürfe zu reflektieren. Im folgenden Analyseteil gilt es, die verschiedenen in den Gestaltungsmitteln angelegten Aussagen der Filme herauszuarbeiten. Methodisch werden dazu Verfahren und Kategorien zur Analyse des Visuellen, des Auditiven und des Narrativen genutzt, die trotz der Vielfalt an filmanalytischen Ansätzen weitgehend etabliert sind.130

In der Filmwissenschaft ist es mittlerweile verbreitet, Film als Text zu fassen, den es zu ‚lesen‘ gilt. Der Textbegriff hat sich dort (in Folge von Christian Metz 1972) aus der Linguistik und Semiotik heraus entwickelt und ist zu einem medienübergreifenden Konzept avanciert: „Der semiotische Zugang ermöglichte eine erste Erweiterung des Textbegriffs über den sprachlichen Bereich hinaus auf inter- und plurimediale Artefakte und ist insbesondere seit den 1980er Jahren zu einer der leitenden Methoden für Filmanalysen geworden“ (Bateman / Kepser / Kuhn 2013: 8). Auf die vielfältigen Auslegungen des Textualitätsbegriffs sowie auf die daraus resultierenden Problematiken soll hier nicht eingegangen werden, da sie für die Untersuchungen der vorliegenden Arbeit nicht erkenntnisleitend sind. Die Metapher des Textes ist hier aber insofern relevant, als sie die...

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