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Die (strikte) Haftung für Tiere im deutschen und US-amerikanischen Recht

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Antje Böhme

Die Autorin unternimmt einen Rechtsvergleich der Haftung für Tiere im deutschen und US-amerikanischen Recht. Die Tierhalterhaftung nach § 833 BGB schützt grundsätzlich auch denjenigen, der sich freiwillig der Tiergefahr aussetzt. Diese weite Haftung wird insbesondere im Pferdesport den Interessen der Beteiligten oft nicht gerecht. Die Untersuchung des US-Rechts zeigt Möglichkeiten der Haftungsbegrenzung anhand der in den USA weit verbreiteten «Equine Activity Statutes». Die Autorin untersucht diese Vorschriften und analysiert Möglichkeiten, sie in das deutsche Recht zu übertragen. Sie zeigt zudem, dass die Privilegierung des Nutztierhalters (§ 833 Satz 2 BGB) überholt ist und schlägt eine Reform des § 833 BGB vor.

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Einleitung

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Gegenstand dieser Arbeit ist eine rechtsvergleichende Darstellung der Haftung für Tiere im US-amerikanischen und im deutschen Recht.

Die Haftung für Tiere scheint auf den ersten Blick kein rechtlich oder wirtschaftlich bedeutsames Thema (mehr) zu sein. Dieser Eindruck beruht auch darauf, dass Tiere spätestens seit Ende des Zweiten Weltkriegs im Alltagsbild kaum mehr vorhanden sind. Seit dem Kriegsende sank die Zahl der in der Landwirtschaft oder zu anderen gewerblichen Zwecken genutzten Tiere infolge zunehmender Industrialisierung und Motorisierung stetig. Außerhalb der Landwirtschaft werden Tiere in erster Linie aus Liebhaberei gehalten.

Dies ist am Beispiel des Pferdes – das aufgrund seiner ca. 5000 Jahre zurückliegenden Domestikation und Nutzbarmachung für den Menschen mittlerweile als Kulturgut bezeichnet werden kann – besonders deutlich nachvollziehbar. Während z. B. Pferde bis Anfang des 20. Jahrhundert noch als Kriegs- oder Arbeitspferde, zur Fortbewegung, zum Transport oder zur Verrichtung schwerer körperlicher Arbeiten in Land- und Forstwirtschaft eingesetzt wurden1, werden für diese Aufgaben in Industrienationen wie Deutschland oder den USA mittlerweile überwiegend Maschinen eingesetzt. So verringerte sich die Anzahl der in Deutschland gehaltenen Pferde von über drei Millionen vor dem Ersten Weltkrieg bis zum Jahr 1970 auf nur noch 253.000 Tiere2.

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