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Korruption: ein ungerechtfertigter Eingriff in internationale Menschenrechte?

Chancen und Grenzen einer opferbezogenen Korruptionsperspektive

Leonie Hensgen

Als alltägliches Phänomen vieler Menschen verlangt Korruption nach einer Perspektive, die über eine rein strafrechtliche Betrachtung hinausgeht. Dazu untersucht die Autorin, inwiefern Korruptionsdelikte Menschenrechtsverletzungen begründen. Doch auch wenn der korrupte Akt eine Beeinträchtigung individueller Rechte darstellt, ist eine Menschenrechtsverletzung in den meisten Fällen abzulehnen. Das Potential der Menschenrechte im Kampf gegen Korruption liegt aus Sicht der Autorin daher vor allem auf einer politisch-gesellschaftlichen Ebene. Sie statuiert, dass Betroffene korrupte Akte als eine Beeinträchtigung ihrer individuellen Rechte verstehen und als solche adressieren müssen, damit die Täter ihr Verhalten ändern.

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Schluss

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„The task of combating corruption is a daunting one, with no simple answers. It is a never-ending evolution.‟761 Das Wort „daunting“ kann im Deutschen mit hoffnungslos und entmutigend über- setzt werden. Der Begriff steht aber auch für Respekt einflößend. Respekt einflö- ßend ist ein Adjektiv, das es vermag, eine Problematik zu umschreiben, ohne deren Dimension zu verkennen oder herunterzuspielen, jedoch bei Weitem nicht so ab- schreckend wirkt wie die Begriffe hoffnungslos und entmutigend. „Daunting“ sollte im Zitat aus diesem Grund als Respekt einflößend verstanden werden und für die Herausforderungen stehen, die im Kampf gegen Korruption zu meistern sind. Nicht nur die Akteure, die an der Effizienzsteigerung der Antikorruptionsmaßnahmen ar- beiten, sind aktiv. Auch korrupte Täter arbeiten an ihren Strategien, indem sie noch bestehende Graubereiche nutzen, um auf legale Weise korrupt zu agieren und Auf- deckungs- und Überwachungstechniken analysieren, um diese umgehen zu können. Trotz allen Respekts, den die Aufgabe der Korruptionseindämmung einflößt, soll- te nicht hoffnungslos davor haltgemacht werden. Das Wissen um die Konsequenzen korrupter Akte auf allen staatlichen und gesellschaftlichen Ebenen ist Anreiz genug, über neue, holistischere, effektivere und langfristig tragfähigere Antikorruptions- ansätze nachzudenken. Welchen Mehrwert eine verstärkt menschenrechtliche Per- spektive auf korruptes Handeln für die Korruptionsbekämpfung haben kann, ist die zentrale Fragestellung der vorliegenden Dissertation. Chancen und Grenzen dieses Ansatzes wurden analysiert, um einen Beitrag auf theoretischer Ebene zu leisten, der auch für die Praxis Relevanz aufweist. Die wesentlichen Erkenntnisse werden...

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