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Die Schriftstellerin Zhang Ailing und ihre Studien und Kommentare zum Roman «Der Traum der roten Kammer»

Hangkun Strian

Der Traum der roten Kammer (Hongloumeng) gehört zu den vier Klassikern der chinesischen Literatur und ist heute noch ein lebendiger Bestandteil der chinesischen Kultur. Seit seiner Veröffentlichung im 18. Jahrhundert haben sich Wissenschaftler aus China und der ganzen Welt mit diesem Werk beschäftigt.

Dieses Buch thematisiert die intensive Auseinandersetzung der chinesischen Schriftstellerin Zhang Ailing mit dem Klassiker in ihrem Spätwerk Albtraum der roten Kammer (Hongloumengyan). Mithilfe der Theorien der écriture féminine, des Poststrukturalismus und der kulturellen Identität diskutiert die Untersuchung, ob Zhang Ailings Analyse die ungelösten Fragen der Hongloumeng-Forschung beantworten kann.

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7. Fazit

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In den 1950er Jahren konnte sich Zhang Ailing 张爱玲 (1920–1995) dem heftigen Zwang der politischen Ideologien nicht mehr widersetzen, ganz gleich, ob sie pro-kommunistisch oder anti-kommunistisch waren. Angesichts des überdeutlichen Gegensatzes zwischen politischen Themen und ihrem persönlichen Fokus auf der literarischen Darstellung menschlicher Schwächen und Begierden wurde ihr literarisches Talent allmählich blockiert und ihre Inspiration behindert.

In ihrem einsamen und von persönlichen Rückschlägen geprägten amerikanischen Exilleben vertiefte sich Zhang Ailing in das klassische chinesische Kulturerbe, redigierte ihre früheren Werke und widmete sich insbesondere dem Traum der roten Kammer (红楼梦 Hongloumeng). Der Albtraum der roten Kammer (红楼梦魇 Hongloumengyan), ihr einziges Forschungswerk, in welches sie zehn Jahre investierte und das sie selbst als „grandios“ (豪举 haoju)724 bezeichnete, gilt als eine der wichtigsten Schöpfungen aus der literarischen Karriere ihres späteren Lebens. Mit der Hingabe an diese Arbeit wollte sie sich vor allem den lange gehegten Wunsch erfüllen, diesem großen Klassiker, der seit ihrer Kindheit „eine unerschöpfliche Quelle ihres literarischen Schaffens“725 war, Dank zu erweisen. Die Literaturkritiker Fu Lei 傅雷 (1908–1966) und Tan Zhengbi 谭正璧 (1901–1991) beobachteten in den 1940er Jahren, dass vor allem dieser Roman Zhang Ailings schriftstellerische Tätigkeit in ihrem Sprachgebrauch, der Themenwahl sowie der Erzähltechnik beeinflusste.726 Wie spätere Analysen, z. B. von C. T. Hsia (1921–2013) oder von Helmut Martin (1940–1999), zeigen, dient der Traum der roten Kammer als „one of the stylistic models on which her own writing is...

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