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Komplexe sprachliche Strukturen in der Jugendliteratur

Aufgezeigt an Beispielen preisgekrönter Werke der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises

Rita Zellerhoff

Das Buch untersucht die sprachliche Komplexität preisgekrönter Kinder- und Jugendliteratur. Diese weist sprachlich komplexe Formen auf, wie sie früher nur in Werken der Erwachsenenliteratur zu finden waren. Damit die Heranwachsenden die für sie bestimmten Schriften gewinnbringend nutzen können, müssen sie also über eine literarische Bildung auf hohem Niveau verfügen. In der Bildungspolitik vorhandene Tendenzen zur Vereinfachung von Sprache werden vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet.

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I. Fragestellung – Theoretische Erörterung

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I. Fragestellung – Theoretische Erörterung

Welche sprachlichen Formen sollten Kinder kennen, um gewinnbringend aktuelle Kinder- und Jugendliteratur lesen und verstehen zu können? Eine kognitiv-akademische Sprachbildung setzt die schriftsprachliche Bildung voraus (vgl. Fthenakis, 1985). Ihr Ziel ist die Erlangung der Standardsprache und der bildungssprachlichen Register. Dazu bedarf es komplexer sprachlicher Ausdrucksformen. Sprachliche Strukturen haben nachweislich Einfluss auf unsere Denkprozesse (vgl. Dabrowska, 2012).

„Der Reiz im Verständnis schwieriger Texte besteht darin, sich im Literarischen lebendig begegnen zu können. Den Leser treiben die Lust und das Interesse, von einer anderen Variante des Fühlens, Denkens und Handelns zu erfahren. Er will es verstehen, die Intention des Schreibenden fassen und das Seine damit in Einklang bringen. Oder sich davon absetzen.“ (Bosselmann, Abruf: 27.02.2016)

In diesem Text soll die Elaboration der sprachlichen Ausdrucksformen an Literaturen aufgezeigt werden, die von jungen Lesern prämiert wurden. Es handelt sich dabei jeweils um eine Publikumsjury des Jugendliteraturpreises, bei der ein hohes bildungssprachliches Niveau zu erwarten ist, denn durch ihre umfassende schriftsprachlichen Erfahrungen können die Jurymitglieder wohl im Sinne Bernsteins als elaborierte Sprecher gelten. Es kann bei ihrer Wahl von sprachlich anspruchsvollen Texten ausgegangen werden, die zur Auseinandersetzung mit wichtigen Lebensfragen anregen. Aber es geht den Juroren in ihren Begründungen auch darum, ob die Lektüren Freude am Lesen wecken, Spannung vermitteln und Identifikationsmöglichkeiten bieten können.←11 | 12→

Hier sollen nun sprachliche Formen beschrieben werden, die geeignet sind, komplexe Inhalte auszudrücken. Dabei geht...

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