Show Less
Restricted access

Komplexe sprachliche Strukturen in der Jugendliteratur

Aufgezeigt an Beispielen preisgekrönter Werke der Jugendjury des Deutschen Jugendliteraturpreises

Rita Zellerhoff

Das Buch untersucht die sprachliche Komplexität preisgekrönter Kinder- und Jugendliteratur. Diese weist sprachlich komplexe Formen auf, wie sie früher nur in Werken der Erwachsenenliteratur zu finden waren. Damit die Heranwachsenden die für sie bestimmten Schriften gewinnbringend nutzen können, müssen sie also über eine literarische Bildung auf hohem Niveau verfügen. In der Bildungspolitik vorhandene Tendenzen zur Vereinfachung von Sprache werden vor diesem Hintergrund kritisch beleuchtet.

Show Summary Details
Restricted access

II. Sprachliche Ausdrucksformen

Extract

II. Sprachliche Ausdrucksformen

II.1 LEICHTE SPRACHE

Deutschland ist schon früh der Behindertenrechtskonvention der UN beigetreten, die am 3. Mai 2008 in Kraft trat. Ziel dieser Konvention ist es, Behinderten die Teilhabe an der Gemeinschaft zu ermöglichen. Die AKTION MENSCH machte gehörlosen Menschen wichtige Informationen in Gehörlosensprache zugänglich. In den Fokus der Organisation kamen ebenfalls Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen. Um diesen das Verständnis von Texten zu erleichtern, wurde eine vereinfachte Ausdrucksweise der deutschen Sprache entwickelt, die besonders leicht verständlich sein soll. Es handelt sich um ein semantisch und syntaktisch stark vereinfachtes Register, das von dem seit 2006 bestehenden Netzwerk LEICHTE SPRACHE entwickelt wurde. Das Recht auf LEICHTE SPRACHE ist in der Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung 2.0 von 2011 verankert und wurde in den Entwurf zur Novelle des Behindertengleichstellungsgesetzes von 2016 aufgenommen. LEICHTE SPRACHE soll auch funktionellen Analphabeten und Menschen, die erst über geringe Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen, das Verstehen von Texten erleichtern. Auch für alte Menschen soll LEICHTE SPRACHE eine Hilfe darstellen.

Die Regeln sind in einem Ratgeber zusammengefasst, den das Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Zusammenarbeit mit dem Netzwerk LEICHTE SPRACHE herausgebracht hat. Darin wird empfohlen, kurze Sätze nach der S-V-O–Struktur zu bilden, bei denen nur jeweils eine Aussage pro Satz getroffen werden sollte. Genitivformen seien nicht zu verwenden, und es sollte auf den Konjunktiv verzichtet werden, (vgl. Maaß, 2015).←13 | 14→

Die Veröffentlichung weiterer Orientierungshilfen wurde in Aussicht...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.