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Sprachliche Strategien der Überzeugung

Metaphern des revolutionären Diskurses, dargestellt am Beispiel Olympe de Gouges’

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Isabelle Catherine Mensel

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Untersuchung der Metaphernprogramme der engagierten Autorin Olympe de Gouges (1748–1793). Diese Studie analysiert mit der Metapher eines der zentralen sprachlichen Mittel, die während des regen politischen Diskurses rund um die Französische Revolution bei der Vermittlung politisch-sozialer Programme eingesetzt wurden. Das Korpus basiert auf nicht-fiktionalen, für den Revolutionsdiskurs prototypischen Textsorten aus dem Zeitraum 1786–1793. Die Untersuchung kombiniert interaktionstheoretische, textfunktionale sowie pragmatisch-kognitive Ansätze und liefert Erkenntnisse zu vermittelten Inhalten, Funktionen und Wirkungen von Metaphern in politischen Texten.

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6 Methodologische Schlussfolgerungen

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Die Diskussion der Metapherntheorien führt unausweichlich zu einer mehrdimensionalen Betrachtungsweise des Gegenstands Metapher. Ein eindimensionales Verständnis der Metapher wie nach dem aristotelischen Verständnis, das sie in erster Linie als Sonderfall literarischen bzw. rhetorischen Sprechens betrachtet und sie daher auch als rhetorisches Stilmittel klassifiziert, ist auf keinen Fall mehr vertretbar. Metaphorisches Sprechen durchzieht sämtliche Sprachregister und Kommunikationssituationen, es ist alltäglich. Metaphern kommen u. a. argumentative, kommunikative, kognitive und soziokulturelle Dimensionen zu, die sich anhand der jeweiligen Funktion(en) festmachen lassen (Petraškaitė-Pabst 2006:29). Die Metaphernanalyse erfordert ein multiperspektivisches Vorgehen: „[…] metaphor comprehension will have to be treated in the same way that any form of language use must be treated – in terms of discourse processes that make use of various sources of information, including linguistic, social, and general knowledge“ (Camac/Glucksberg 1984:453). Nur dann kann man dem vielfältig schillernden Phänomen Metapher gerecht werden.

Nach der Diskussion der für die Analyse bedeutsamen Metapherntheorien165 und deren Ursprung soll im folgenden Kapitel der funktional-pragmatische Aspekt in den Vordergrund gerückt werden, indem das Verhältnis von sprachlichem Handeln und Metapherngebrauch beleuchtet wird. Dabei sollen auch die Funktionen von Metaphern diskutiert werden, bevor auf dieser Grundlage die Analysemethode abgeleitet werden kann.

6.1 Sprachliches Handeln und Metapherngebrauch

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