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Sprachliche Strategien der Überzeugung

Metaphern des revolutionären Diskurses, dargestellt am Beispiel Olympe de Gouges’

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Isabelle Catherine Mensel

Im Mittelpunkt der Arbeit steht die Untersuchung der Metaphernprogramme der engagierten Autorin Olympe de Gouges (1748–1793). Diese Studie analysiert mit der Metapher eines der zentralen sprachlichen Mittel, die während des regen politischen Diskurses rund um die Französische Revolution bei der Vermittlung politisch-sozialer Programme eingesetzt wurden. Das Korpus basiert auf nicht-fiktionalen, für den Revolutionsdiskurs prototypischen Textsorten aus dem Zeitraum 1786–1793. Die Untersuchung kombiniert interaktionstheoretische, textfunktionale sowie pragmatisch-kognitive Ansätze und liefert Erkenntnisse zu vermittelten Inhalten, Funktionen und Wirkungen von Metaphern in politischen Texten.

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13 Zusammenfassung und Ausblick

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Über Jahre verbreitete die revolutionäre Diskutantin Olympe de Gouges mittels ihrer Schriften systematische Programme, die sich auf damals aktuelle politische, soziale und gesellschaftliche Ereignisse bzw. Missstände oder auf Personen bzw. Personengruppen beziehen. Bei der Vermittlung dieser Programme bildet die Metapher eines der zentralen sprachlichen Mittel. Sie wird persuasiv eingesetzt, komprimiert komplexe Zusammenhänge; radikales Gedankengut transportiert Gouges mit ihrer Hilfe nicht.

Die Metaphernanalyse beweist: Gouges war rhetorisch nicht nur beschlagen, sondern zudem sehr geschickt. Der Vergleich mit dem Kontrollkorpus belegt, dass sie Metaphern bewusst einsetzte, wenn sie sich in ihren Schriften an ein größeres Publikum wandte. Die Programmvermittlung steht derjenigen der heutigen politischen Sprachverwendung in nichts nach. Die sehr eingängigen und immer verständlichen Bilder sprechen eine deutliche Sprache und brennen sich sehr viel schneller in die Köpfe und – oft auch – Herzen der Leser ein. Dieser letztgenannte emotionale Aspekt war Gouges immer sehr wichtig und lässt sich sprachlich auch an der Verwendung weiterer rhetorischer Mittel festmachen – etwa der Hyperbeln, rhetorischen Fragen, Anaphern und Parallelismen, um nur die wichtigsten zu nennen.

Neben der Programmvermittlung nutzt Gouges die Metapher ebenso zur Selbstinszenierung und klaren Abgrenzung gegenüber ihren Gegnern sowie zu deren z. T. vehementer Abwertung.

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