Show Less
Restricted access

Die Bedeutung der Religionswissenschaft und ihrer Subdisziplinen als Bezugswissenschaften für die Theologie

Series:

Edited By Rauf Ceylan and Coşkun Sağlam

Die Religionswissenschaft mit ihren beiden Subdisziplinen Religionssoziologie und Religionspsychologie hat als sogenannte „Außenperspektive" wichtige Forschungsbeiträge für die „Innenperspektive" der christlichen Theologien geliefert. Einen Konflikt stellte dabei immer wieder der Disput über die Festlegung von (wissenschafts-)theoretischen und methodischen Grenzen zwischen den beiden Disziplinen dar. Die Frage der Bedeutung dieser Bezugswissenschaften sowie die Verhältnisbestimmung ist auch für die junge Disziplin Islamische Theologie relevant, wurde jedoch bisher kaum thematisiert. In diesem Band wird die Frage mit führenden Experten aus Theologie, Religionspsychologie und Religionssoziologie erörtert. Für die Zukunft der Islamischen Theologie in Deutschland wird es wichtig sein, sich konstruktiv mit der Religionswissenschaft auseinanderzusetzen. Für die Religionswissenschaft dagegen eröffnen sich neue Forschungsperspektiven.

Show Summary Details
Restricted access

Die Bedeutung der Religionspsychologie für die theologische Lehre und Praxis

Extract



Abstract This article aims to clarify the relevance of psychology of religion for theology in science and practical use. The author describes theology and psychology in the quarrel about the soul. Taking into account their different points of world views he asks whether meaning is built on secular or religious arguments. After a short summary of the history and profession of psychology of religion, the author separates psychotherapy and spiritual direction by their different goals, methods and settings. The article closes with how theology and psychology can be complementaryly constructive.

1. Theologie und Psychologie im Streit um die Seele

Die Psychologie als die Wissenschaft vom menschlichen Erleben und Verhalten verfügt über eine reichhaltige Vorgeschichte in allen Kulturen und Religionen. Ob man an die Erfindung des inneren Menschen in der Antike denkt, sich Platons Höhlengleichnis vor Augen hält, sich die Seelenlehre des Aristoteles in Erinnerung ruft oder die schonungslose Selbstanalyse des Kirchenvaters Augustinus in seinen Bekenntnissen nachliest – in verschiedensten Zusammenhängen wurde vorwissenschaftliche Psychologie getrieben. Die Vielfalt der vorliegenden Seelenlehren ist beeindruckend. Vor allem aber verwirrt sie, weil das Zusammenspiel der Körper-Seele-Geist-Einheit in ganz unterschiedlichen Modellen erklärt wird.

Ein markanter Unterschied trennt wissenschaftlich-psychologische Theorien von philosophischen Modellen. Die Psychologie kann „durch weitere Deutungen des philosophischen Seelenbegriffs keine Fortschritte erzielen“.1 Ganz nüchtern das stellt Hans Goller zu Beginn seiner Psychologie-Vorlesungen an der Münchener Jesuiten-Hochschule fest und begründet: „Als empirische Wissenschaft befasst sie sich mit den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.