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Das Lügenproblem bei Kant

Eine praktische Anwendung der Kantischen Ethik auf die Frage nach der moralischen Bedeutung von Falschaussagen

Yasutaka Akimoto

Dieses Buch prüft die allgemeine Forschungsmeinung, dass Kant ein Vertreter des absoluten Lügenverbots sei. Dabei verteidigt der Königsberger Philosoph aber ebenso den Standpunkt, dass die Moralität einer Handlung von der Maxime des Willens abhängt. Wenn Kant nun gleichzeitig behaupten würde, dass bestimmte Handlungen in jedem Fall verboten sind, würde er sich widersprechen. Indem das Buch die begriffliche Unterscheidung von «Lügen» als pflichtwidrige Falschaussagen und «Unwahrheiten» als nicht pflichtwidrige Falschaussagen trifft, bietet es für dieses Paradox der Kant-Forschung als erste Monografie zum Lügenproblem einen Lösungsansatz. So wird man mit Kant sogar sagen können: «Manchmal musst du die Unwahrheit sagen.»

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1. Einflüsse auf Kants Ethik

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1.  Einflüsse auf Kants Ethik

Ein Jeder wird in seinem Denken und Handeln von äußeren Umständen, wie der Kultur, dem Lebensraum oder geistigen Vordenkern, beeinflusst. So natürlich auch Immanuel Kant. Aus diesem Grunde muss man auch die Geschichte betrachten, um Kant und seine Theorie verstehen zu können.

In chronologischer Reihenfolge soll sich daher zunächst mit folgenden drei Gruppen befasst werden: den Philosophen der Kirche (Augustinus und Thomas von Aquin), den neuzeitlichen „Rechtswissenschaftler[n]“34 (Grotius und Pufendorf) und den aufklärerischen Philosophen (Wolff und Baumgarten).

Otfried Höffe weist auf die Ähnlichkeit zwischen Augustinus, Thomas von Aquin und Kant in Bezug auf das Lügenproblem hin. Er versucht nachzuweisen, dass bei allen dreien jegliches Recht zur Lüge verneint wird. Im Gegensatz dazu würden andere Rechtswissenschaftler zur Zeit der Entwicklung des Völkerrechts sowie Philosophen in der Aufklärung dem Menschen ein Recht zur Lüge zugestehen und die Lüge gelegentlich sogar als Pflicht betrachten.35

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