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Das Lügenproblem bei Kant

Eine praktische Anwendung der Kantischen Ethik auf die Frage nach der moralischen Bedeutung von Falschaussagen

Yasutaka Akimoto

Dieses Buch prüft die allgemeine Forschungsmeinung, dass Kant ein Vertreter des absoluten Lügenverbots sei. Dabei verteidigt der Königsberger Philosoph aber ebenso den Standpunkt, dass die Moralität einer Handlung von der Maxime des Willens abhängt. Wenn Kant nun gleichzeitig behaupten würde, dass bestimmte Handlungen in jedem Fall verboten sind, würde er sich widersprechen. Indem das Buch die begriffliche Unterscheidung von «Lügen» als pflichtwidrige Falschaussagen und «Unwahrheiten» als nicht pflichtwidrige Falschaussagen trifft, bietet es für dieses Paradox der Kant-Forschung als erste Monografie zum Lügenproblem einen Lösungsansatz. So wird man mit Kant sogar sagen können: «Manchmal musst du die Unwahrheit sagen.»

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8. Mills Kritiken

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8.  Mills Kritiken

Der Utilitarismus ist eine der berühmtesten ethischen Theorien neben der Kantischen Ethik und wird von Otfried Höffe als „eine der wichtigsten moralphilosophischen Positionen“604 bezeichnet.

Der englische Philosoph und Ökonom John Stuart Mill ist dessen Hauptvertreter. Da er sich unter anderem auch mit dem Lügenproblem beschäftigt und Kants diesbezügliche Position kritisiert, soll es in diesem Kapitel um Mill und seinen Utilitarismus gehen. Dessen Grundzüge und Beweisführung werden zunächst dargelegt und danach kritisch betrachtet. Es folgt eine Auseinandersetzung mit Mills Ansichten zum Lügenproblem und dessen Kritik an Kants Ethik. Abschließend werden Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen den Lehren Kants und Mills thematisiert.

8.1  Mills Utilitarismus

Das englische Wort „utilitarianism“ leitet sich aus dem Begriff „utility“, zu Deutsch „Nutzen“ ab. Eine Klärung dieses Terminus ist also voraussetzend für alle weiteren Überlegungen zu Mills Moralphilosophie. Er selbst äußert sich dazu in seinem Hauptwerk Utilitarianism wie folgt:

„[…] every writer, from Epicurus to Bentham, who maintained the theory of utility, meant by it, not something to be contradistinguished from pleasure, but pleasure itself, together with exemption from pain; and instead of opposing the useful to the agreeable or the ornamental, have always declared that the useful means these, among other things.“605

Nach Mill muss „utility“ also nicht von Freude/Glück („pleasure“) unterschieden werden, sondern schließt diese im Gegenteil sogar ein. Ebenso umfasse...

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