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Wald- und Ressourcenpolitik im Siebenbürgen des 18. Jahrhunderts

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Dorin-Ioan Rus

Das Buch analysiert die Rezeption der Wälder und der Umweltprobleme Siebenbürgens im Zeitalter der Aufklärung. Es erweitert die Hypothese einer allgemeinen Holzkrise um die Feststellung, dass es gegen Ende des 18. Jahrhunderts auch in Siebenbürgen Bestrebungen zur Schonung des Waldes gab. Die vom Staat getroffenen Maßnahmen seit der Übernahme des Landes durch die habsburgische Verwaltung ab 1688 stießen auf den Widerstand der politischen Stände. Der Autor untersucht, wie mit dem Wald und den Ressourcen in Zeiten des österreichischen Merkantilismus umgegangen wurde. Der Schwerpunkt des Buches ist die Analyse der Wahrnehmung des Waldes in Siebenbürgen im Vergleich mit anderen Waldgebieten des Habsburgischen Reiches im karpatischen Raum.

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Schlussbetrachtungen

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Die Forschung hat gezeigt, dass bis zur Übernahme des Landes durch die österreichische Verwaltung Anfang des 18. Jahrhunderts die siebenbürgische Obrigkeit kein Interesse an der Ressource Wald gezeigt hatte. Der Wald war Eigentum des Staates, der Adeligen, der Gemeinden oder der Kirchen. Die Nutzung des Waldes war auf den Bergbau, die Gläserei und den Schiffbau ausgerichtet. Die Nebennutzungen und der Zugang in den Wald waren frei und es herrschte eine regellose Plenterwirtschaft.

Nach 1699 wurde der Wald neu entdeckt. Im Rahmen der merkantilistischen Wirtschaftspolitik wurden die Wälder als Ressource für den Bergbau und im Allgemeinen für den Abbau von weiteren Ressourcen verwendet. Aufgrund einer extensiven Nutzung kam es zu temporären und lokalen Holzkrisen, die als Folge einer mangelhaften Transportstruktur und der intensiven Abholzung der Eichenwälder entstanden waren. Der Staat griff ein, indem er verschiedene Maßnahmen für eine vernünftige Nutzung des Holzes traf. Sein Interesse lag eher in seinem Wunsch, die Ressourcen zu kontrollieren als die Wälder zu schützen. Die getroffenen Maßnahmen wurden in Siebenbürgen und in den österreichischen und ungarischen Provinzen fast zeitgleich vorgenommen. Die Anwendung dieser Regelungen wurde von dem siebenbürgischen Guberinum strenger als in anderen Provinzen der habsburgischen Monarchie befolgt. Vor allem in den siebenbürgisch-sächsischen Städten konnte eine genaue Beobachtung der Waldordnungen festgestellt werden.

Im Vergleich mit den anderen Provinzen wurden in Siebenbürgen verschiedene Probleme bemerkt. Die ständigen Auseinandersetzungen innerhalb der politischen...

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