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Anerkennung von Gewerkschaften als Tarifvertragspartner in Großbritannien

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Sabrina Susanna Pechtold

Während die Tariffähigkeit einer Gewerkschaft in Deutschland anhand einer Reihe von abstrakten Kriterien bestimmt wird, hat sich in Großbritannien ein gänzlich anderes System entwickelt. Möchte eine britische Gewerkschaft Tarifverhandlungen mit einem Arbeitgeber führen, muss sie von ihm als Verhandlungspartner akzeptiert werden. Diese Verhandlungsbereitschaft des Arbeitgebers gegenüber einer Gewerkschaft wird in Großbritannien als «recognition» bezeichnet. Mangels eines vergleichbaren Instituts im deutschen Recht kann der britische Schlüsselbegriff der «recognition» noch am ehesten mit dem deutschen Wort «Anerkennung» übersetzt werden. Die Autorin untersucht das britische Anerkennungssystem und die darin maßgebliche Rechtsfigur der Anerkennung in all ihren Ausgestaltungen.

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Kapitel 3: Die freiwillige und semi-freiwillige Anerkennung

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Kapitel 3:  Die freiwillige und semi-freiwillige Anerkennung

Neben der gesetzlichen Anerkennung kennt das britische Recht als zweite Form die freiwillige Anerkennung. Hier finden Arbeitgeber und Gewerkschaft von allein zueinander. Die dritte Form der Anerkennung stellt eine Mischform zwischen freiwilliger und gesetzlicher Anerkennung dar. Das Gesetz bezeichnet sie als semi-freiwillige Anerkennung. Sie liegt vor, wenn der Arbeitgeber eine Gewerkschaft erst als Reaktion auf die Einleitung des gesetzlichen Anerkennungsverfahrens „freiwillig“ anerkennt.651 Während die freiwillige Anerkennung ihre Rechtsgrundlage im common law findet,652 ist die semi-freiwillige Anerkennung in den ss 52–63 TULRCA SA1 gesetzlich verankert.

§ 11  Die freiwillige Anerkennung

Die freiwillige Anerkennung ist die älteste Rechtsform der Anerkennung. Bereits vor Einführung des heutigen gesetzlichen Anerkennungsverfahrens wurden in vielen Branchen Tarifverhandlungen auf ihrer Grundlage geführt.653 In der Praxis ist sie die am weitesten verbreitete Anerkennungsart.654

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