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«La nostalgia del sacro» – Die Poetik von Pier Paolo Pasolini im Spannungsfeld von Heiligem und Profanem

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Franziska Andraschik

Der Band erfasst die Simultanität von religiösen und säkularen Diskursen im Werk von Pier Paolo Pasolini. Ausgehend von Pasolinis theoretischen und gesellschaftspolitischen Schriften analysiert die Autorin die spezifische Ästhetik des Werkes, die sich über einen weitreichenden Mediendialog entfaltet und die Heiligung des Profanen wie die Profanation des Heiligen verhandelt. Die Basis des Buchs bildet die systematische Untersuchung der unterschiedlichen Referenzsysteme. Der Band beschreibt die musikalischen, pikturalen und literarischen Referenzen in Romanen und Filmen nicht als isolierte Phänomene, sondern als Bestandteil eines umfassenden und kontinuierlichen Verfahrens und verortet dieses im Kontext der Romania.

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I. Einleitung

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I.   Einleitung

„Religiöse und weltliche Passions- und Leidensgeschichten sind nicht nur Vorlagen für die bildende Kunst und das Theater, sondern sogar für den realitätsorientierten Film.“1

Seit Erfindung des Kinematographen werden religiöse Inhalte im Film realisiert.2 Zunächst sind dies Filme, die sich an der medialen Wiedergabe der Passion ausrichten. Sie begründen ein weites Spektrum von Passionsverfilmungen, deren Bearbeitung bis in die jüngste Zeit reicht.3 Neben die Darstellung christlicher Leidensgeschichte tritt eine Vielzahl von Filmen, die sich teils implizit, teils explizit mit religiösen Motiven, Symbolsystemen und Denkfiguren auseinandersetzt. In diesem Zusammenhang ist insbesondere das italienische wie französische Nachkriegskino zu nennen, das eine Variationsbreite von religiös motivierten Fragestellungen, christlich konnotierten Symbolsystemen und Narrationsmustern in einen säkularen Bezugsrahmen einschreibt.4 Wurde in letzter Zeit vor allem auch das populäre Kino hinsichtlich seiner religiösen Valenzen und »Sakralisierungsstrategien«5 untersucht, so ist die filmästhetische Analyse dieser Diskurse im romanischen Autorenkino in der – vor allem deutschsprachigen – Forschung bislang noch wenig repräsentiert.6 ← 11 | 12 →

Es finden sich zwar vereinzelte Ansätze,7 dennoch erscheint die systematische Analyse von säkularen und christlichen Diskursen im Kontext der Romania als Forschungsdesiderat. Dies ist erstaunlich, sind „Spuren des Religiösen im Film“8 doch merklich vertreten. Die Auseinandersetzungen um religiöse Inhalte – vorrangig im populären Kino – münden nicht selten in Fragestellungen, die die „religiöse[n] Funktionen“ der Filme selbst untersuchen.9 Am Nachweis...

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