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Nostalgie / Nostalgia

Imaginierte Zeit-Räume in globalen Medienkulturen / Imagined Time-Spaces in Global Media Cultures

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Sabine Sielke

Nostalgie boomt – als kulturelles Phänomen wie als Forschungsgegenstand. Was aber ist und wie wirkt Nostalgie? Dieses Buch zeigt auf, wie Nostalgie die Zeit anzuhalten sucht und unsere Wahrnehmung steuert. Eng verknüpft mit dem Aufkommen neuer Medientechnologien und Prozessen des Konsums schaffen Nostalgie und Retro imaginierte Zeit-Räume, die Vergangenes neu erfinden und sich Zukünftigem öffnen.

Nostalgia booms – both as cultural phenomenon and as research object. Yet what is nostalgia, and how does it work? This book shows how nostalgia aims at arresting time and channels our perception. Inextricably entwined with the rise of new media technologies and processes of consumption, nostalgia and retro create imagined time-spaces which reinvent the past and face the future.

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„An eternal image of youth and innocence“: Das tote Kind als Medium nostalgischen Erinnerns und poetischer Kreativität in der Literatur der Romantik (Christian Moser)

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Christian Moser

„An eternal image of youth and innocence“: Das tote Kind als Medium nostalgischen Erinnerns und poetischer Kreativität in der Literatur der Romantik

Abstract: Exploring the interconnections between childhood, death and nostalgic memory in Romantic poetry and autobiography, this essay delineates how the dead child, as a source of both grief and fascination, serves as a vehicle for indulging in nostalgic memories of a ‘pure childhood’ that authors and readers themselves never experienced.

Das Motiv des toten Kindes begegnet uns in der europäischen Literatur des ‚langen 19. Jahrhunderts‘ – und insbesondere in der Literatur der Romantik – mit auffälliger Häufigkeit.1 Es findet sich nicht nur dort, wo es einen entsprechenden biographischen Hintergrund gibt, bei Dichtern also,2 die literarische Trauerarbeit über ihre eigenen verstorbenen Kinder leisten – prominent etwa in Friedrich Rückerts Kindertodtenliedern (1834), in Joseph von Eichendorffs Gedichtzyklus „Auf meines Kindes Tod“ (1837) oder in Ralph Waldo Emersons „Threnody“ (1847), um nur einige Beispiele zu nennen –, sondern auch in fiktiven Kontexten: beginnend bei Goethe (man denke an sein Erlkönig-Gedicht oder an die Figur der Mignon in Wilhelm Meisters Lehrjahre) über den englischen Romantiker William Wordsworth (zu erwähnen sind seine berühmten Lucy-Gedichte) bis hin zu den rührselig-pathetischen Kindertod-Szenarien bei Hans Christian Andersen und Charles Dickens (etwa: der Tod der kleinen Nell in seinem Roman The Old Curiosity Shop, 1841). Der Tod eines unschuldigen Kindes wird seit dem 18. Jahrhundert zunehmend als Skandalon empfunden, das ethische, theologische←35...

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