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Französisches Gewerbemietrecht

Modernisierungs- und «Pinel»-Gesetz – Die Reformen aus Sicht der Immobilienwirtschaft

Gabriele Bendixen

Während das deutsche Gewerbemietrecht in weiten Teilen vom Grundsatz der Vertragsfreiheit geprägt ist, entschied sich der französische Gesetzgeber im «statut des baux commerciaux» bereits 1953 für eine umfassende Regulierung. Mit dem Modernisierungsgesetz sowie dem «Pinel»-Gesetz betrachtet die Autorin die grundlegenden Reformen des französischen Gewerbemietrechts. Sie prüft, wie diese Neuansätze von der Immobilienbranche bewertet werden und untersucht, ob weiterer Reformbedarf besteht. Dies erfolgt durch die Befragung von Experten der Immobilienbranche und eine Gruppendiskussion mit ausgewählten Befragungsteilnehmern. Im Ergebnis ermittelt die Autorin weiteren Bedarf an Reformen und formuliert konkrete Reformvorschläge für das französische Gewerbemietrecht.

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Einführung

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A. Forschungsthema

Die Region „Île de France“1 (im Folgenden: Paris) ist mit über 52 Millionen m² Fläche der größte zusammenhängende Büroimmobilienmarkt Europas und nach New York der zweitgrößte Büromarkt weltweit.2 Aus Sicht der Investoren zeichnen diesen Markt „zwei wesentliche Merkmale aus: Erstens die Größe und zweitens die Stabilität. (…). Selbst einzelne Teilmärkte von Paris sind mitunter größer als ganze europäische Immobilienmärkte. Paris zeichnet sich zudem durch einen stark diversifizierten Dienstleistungssektor aus und wird nicht wie Frankfurt oder London überwiegend durch den Finanzsektor dominiert. Durch diese Vielfalt ist der Vermietungsmarkt Paris in Krisenzeiten stabiler als in Immobilienmärkten mit ausgeprägter Monokultur.“3

Laut ImmoStat4 wurden 2013 11,1 Milliarden € in den Pariser Gewerbeimmobilienmarkt investiert.5 In den ersten beiden Quartalen 2014 betrug dieses Investitionsvolumen bereits 8,2 Milliarden €.6 Zum Vergleich: Das Investitionsvolumen auf dem in 2013 erfolgreichsten deutschen Gewerbeimmobilienmarkt München betrug in 2013 4,7 Milliarden €,7 in den ersten beiden Quartalen 2014 2,0 Milliarden €.8 Die Höhe der Investitionen belegt die zentrale Bedeutung der Region Paris für Immobilieninvestoren.←15 | 16→

Zugleich gehört der Vermietungsmarkt von Paris mit einem Flächenumsatz von durchschnittlich 2,2 Millionen m² p. a. zu den nachfragestärksten europäischen Märkten.9

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