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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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0 Einleitung: Problemstellung, Ziele und Vorgehensweise des Projekts ‚LRS – Lesen, Reden, Schreiben‘ (Norbert Gutenberg / Babette Park / Robin Stark)

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Norbert Gutenberg, Babette Park und Robin Stark

0 Einleitung: Problemstellung, Ziele und Vorgehensweise des Projekts ‚LRS – Lesen, Reden, Schreiben‘

0.1 Sprachkompetenz und Ausbildungsreife1

Viele Hauptschülerinnen und Hauptschüler in Deutschland haben große Schwierigkeiten im Bereich sprachlicher Basiskompetenzen.2 Im Bereich der Lesekompetenz zeigt sich dies beispielsweise an den Ergebnissen der PISA-Studien: Etwa 50 % der Hauptschüler erreichen von den fünf Lesekompetenzstufen nicht einmal Stufe 2.3 Die Kompetenzstufe 1 der PISA-Studien bildet lediglich ein oberflächliches Verständnis einfacher Texte ab, Kompetenzstufe 2, die von Artelt et al. (2001) als Mindestniveau der Lesekompetenz bezeichnet wird, erlaubt darüber hinaus das Herstellen einfacher Verknüpfungen.4 Damit bleibt ungefähr der Hälfte der Hauptschüler die Möglichkeit, „eigene Ziele zu erreichen, eigenes Wissen und Potenziale weiterzuentwickeln und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen“ weitgehend verschlossen.5

Aber nicht nur Defizite im Bereich der Lesekompetenz erscheinen im Hinblick auf die Ausbildungsreife (siehe Kapitel 1.3.2 Ausbildungsreife) von Hauptschülern problematisch, wird doch den unter dem Konzept der Sprachkompetenz subsumierten sprachlichen Teilkompetenzen Schreiben, Sprechen und Hörverstehen neben dem Lesen6 bezüglich der Ausbildungsreife ein besonderer Stellenwert beigemessen: Gerade Kompetenzen im Umgang mit verschiedenen ausbildungsrelevanten, schriftlichen wie mündlichen Textsorten (z. B. Bewerbungsschreiben, Lebenslauf, Vorstellungsgespräch) und damit auch Basiskenntnisse kommunikativer Normen und Standards gelten als notwendige Bedingungen der Ausbildungsreife von Hauptschülern am Ende der neunten Klasse.7 ←15 | 16→

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