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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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5 Ergebnisse (Norbert Gutenberg / Ulrike-Marie Krause / Robin Stark / Kai Wagner)

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Norbert Gutenberg, Ulrike-Marie Krause, Robin Stark und Kai Wagner1

5 Ergebnisse

Im Folgenden werden die Ergebnisse des Intergruppenvergleichs und die Befunde bezüglich des Lernfortschritts der Schüler im Lesen, Schreiben, Sprechdenken und Hörverstehen vorgestellt. Außerdem werden Effekte des Geschlechts, der Muttersprache und des Migrationshintergrunds sowie der Zusammenhang zwischen den einzelnen Kompetenzen betrachtet.

5.1 Intergruppenvergleich und Entwicklung der einzelnen Kompetenzen

Um die Auswirkung des Trainings auf die Ausbildungsreife der Schüler nachzuweisen, wurde der Vergleich zwischen den Gruppen sowie deren Lernfortschritt anhand eines allgemeinen linearen Modells berechnet. Die Ergebnisse wurden daraufhin anhand von univariaten Varianzanalysen und t-Tests für jede der geförderten Kompetenzen geprüft.

5.1.1 Lesen

Auffällig ist hier zunächst einmal, dass sowohl die Experimental- als auch die Kontrollgruppe in Bezug auf die Lesekompetenz in ihrer Leistung weit vom theoretischen Maximum entfernt waren (vgl. Tab. 11). Bei der Eingangsmessung vor Trainingsbeginn ließen die Schüler/-innen des Realschulzweigs, die die Kontrollgruppe bildeten, erwartungsgemäß eine signifikant höhere Lesekompetenz erkennen als die Schüler/-innen des Hauptschulzweigs aus der Experimentalgruppe (F(1, 76) = 13.63, p < .01, partielles η2 = .16). Nach dem Training war dieser Unterschied nur noch marginal und konnte inferenzstatistisch nicht mehr nachgewiesen werden (F(1, 62) = .06, n.s.). Die Schüler/-innen des Hauptschulzweigs zeigten zum zweiten Messzeitpunkt eine signifikante und substanzielle und damit praktisch relevante Verbesserung (t(31) = -3.14, p < .01, d = .61). In der Kontrollgruppe ließ sich vom Vortest...

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