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Sprachliche Schlüsselkompetenzen und die Ausbildungsreife Jugendlicher

Leseverstehen, Hörverstehen, mündliches und schriftliches Formulieren bei Hauptschulabsolventen deutscher und nichtdeutscher Muttersprache

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Edited By Lutz Götze, Norbert Gutenberg and Robin Stark

Hauptschulabsolventen haben oftmals Defizite in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen und erhalten daraufhin die Diagnose «nicht ausbildungsreif». Das interdisziplinäre Forschungsprojekt «LRS – Lesen, Reden, Schreiben» an der Universität des Saarlandes entwickelte ein Trainingskonzept, mit dem diese Ausbildungsreife im letzten Hauptschuljahr erreicht werden könnte.

Das Buch stellt das Projekt und einige Implementationsansätze vor, die auf den Forschungsergebnissen basierende Curricula erproben. Dazu gehören die diagnostische Verbindung der Forschungstests mit den Kriterien des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens für Sprachen (GER), das Training für nicht ausbildungsreife Schulabgänger mit Migrationshintergrund, das Blended-Learning-Konzept für Azubis mit Defiziten in den sprachlichen Schlüsselkompetenzen sowie sprachliche Schlüsselkompetenzen in Unternehmen zur Integration von Flüchtlingen.

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Vorwort der Herausgeber

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Angeregt wurde dieses Forschungsprojekt, zu dem die ersten Ideen zwischen den Herausgebern 2004 und 2005 diskutiert wurden, durch Fragen, die von den PISA-Studien seit 2000 aufgeworfen worden waren. Ganz am Anfang stand die Frage, ob nicht die Tests zum Leseverstehen (PISA) komplettiert werden könnten (und müssten) durch Tests der anderen verbalen Schlüsselkompetenzen, nämlich der zweiten rezeptiven – Hörverstehen – und der korrespondierenden produktiven – mündliches und schriftliches Formulieren.

Dabei ergab sich sehr schnell bei den mündlichen Kompetenzen die Notwendigkeit, zwischen medialen und immedialen (‚face-to-face‘) Formen zu unterscheiden, da die Kommunikationsrealität der Zielgruppe sehr stark von medialer Kommunikation geprägt ist (Telefonie, Radio- und TV-Nutzung etc.). Unser Projekt zeigt, dass es sehr wohl möglich ist, PISA-analoge Leseverstehenstests durch korrespondierende Schreib-, Hörverstehens- und Sprechdenktests zu ergänzen, was für das Projekt selbst auch notwendig war. Unsere Ergebnisse zeigen aber, dass von einer verbalen Schlüsselkompetenz auf die anderen geschlossen werden darf (was nicht heißt, dass jeder Sekundäranalphabet im Mündlichen ein Polterer oder ein Dysgrammatiker ist, wenn auch Mehrfachbeeinträchtigungen oft beobachtet werden). Die vier verbalen Schlüsselkompetenzen müssen als eine komplexe Einheit gesehen werden. Das führte zu einer der Eigenarten unseres Trainingskonzepts: Keine Schlüsselkompetenz wird isoliert trainiert, sondern nur in der funktionalen Verbindung mit den anderen Schlüsselkompetenzen, die in der Realität kommunikativer Aufgabenstellungen der Alltagspraxis auch vorkommt. (Die Realität von Kommunikationsaufgaben war ein anderes Grundprinzip unseres Trainings, das versuchte, eben nicht...

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