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Die Ästhetische Revolution in Deutschland

1750–1950 – Von Winckelmann bis Nietzsche – von Nietzsche bis Beckmann

Meindert Evers

Die Ästhetische Revolution in Deutschland widerlegt das Klischeebild von Deutschland als Land von romantischen aber weltfremden Dichtern und Denkern. In Deutschland findet um 1750 eine ästhetische Revolution statt, an deren Anfang J. J. Winckelmann steht. In der romantischen Bewegung (Schiller, Hölderlin, Kleist) bahnt sich diese ästhetische Revolution, die Heine als einer der ersten kritisiert, einen Weg. Seit Heine ist die Kritik an der ästhetischen Revolution nicht mehr verstummt. Die ästhetische Revolution, die sich gegen die Rationalisierung und Mechanisierung der Welt kehrt, findet in Nietzsches Denken ihren Höhepunkt. In den 20er Jahren wird die ästhetische Revolution zu einer konservativen Revolution, die scheitern muss (George, Spengler, Th. Mann, Benn). Dass gerade nach 1945 die ästhetische Perspektive notwendig ist, zeigen Beckmann und M. Walser.

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3.7. Max Beckmann: der Künstler als der neue Gott

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3.7. Max Beckmann: der Künstler als der neue Gott

In Max Beckmann (1884–1950) sehen wir den vorläufig letzten großen ästhetischen Revolutionär aus Deutschland. Max Beckmann ordnet man gewöhnlich dem Expressionismus zu, einer europäischen, vor allem nordeuropäischen und deutschen Strömung. Am Anfang stand die Malergruppe Die Brücke, gegründet 1905 in Dresden von Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner und Karl Schmidt-Rottluff. Diese Gruppe, der sich noch Emil Nolde, Max Pechstein und Otto Mueller anschlossen, existierte als solche nur einige Jahre lang.

Viele ihrer Mitglieder sehen wir später in Berlin wieder. Dort spalten sie sich 1910 von der ‚Secession‘ um Max Liebermann ab, da bei der Secessions-Ausstellung in diesem Jahr zahlreiche ihrer expressionistischen Werke abgelehnt wurden, und bilden eine eigene Bewegung, die ‚Neue Secession‘.

Neben Dresden und Berlin war zeitweise auch München ein Zentrum des Expressionismus; dort bildet sich 1911 die Gruppe Der Blaue Reiter, wozu Maler wie Wassily Kandinsky, August Macke und Franz Marc gehören.

Was kennzeichnet, allgemein gesprochen, den Expressionismus, der in Van Gogh sein großes Vorbild fand? Die Kunst wird, viel stärker als im Impressionismus der Franzosen, zum Ausdruck des subjektiven Seelenlebens; sie wird ein künstlerisches Mittel, die moderne, entgötterte Zeit – ihre Zerrissenheit, ihre Einsamkeit, aber auch ihre Größe – zum Ausdruck zu bringen, nicht abstrakt, aber doch subjektiv. Grelle Farben, die oft eine schwarze Linie einschließt, scharfe kantige Formen – dies sind die...

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