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Bühnenkämpfe

Autor-Dramaturgen in der frühen DDR: Brecht, Kipphardt, Hacks

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Silke Flegel

Die theaterwissenschaftliche Studie reflektiert die Aufgabenstellung, Funktion und Problematik der Dramaturgen im Spannungsfeld von Theaterkunst und Kulturpolitik in der DDR. In der konzeptuellen «Denkfigur» des «Autor-Dramaturgen» beleuchtet sie zugleich zentrale Aspekte dieser besonderen Theatergeschichte. Die am konkreten theaterhistorischen Bühnengeschehen entwickelten Befunde werden mit interpretativen Zugriffen innerhalb dieses Spannungsfelds verortet, in der Denkfigur des Autor-Dramaturgen gewinnen sie ihren übergreifenden Anspruch. Mit der Charakterisierung von Brecht, Kipphardt und Hacks entwickelt die Studie keine ausgearbeitete Theorie des Autor-Dramaturgen in der DDR, sondern formuliert einen Vorschlag für eine an eine bestimmte historische und theatrale Situation gebundene Konstellation.

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Peter Hacks: Goethe-Verehrer und Ulbricht-Anhänger

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Der Aufstieg des Alois Piontek. Eine tragikomische Farce717

Im August 1952 informierte der Spiegel in einem ausgebreiteten Bericht über die Geschäfte des westdeutschen Physikers Dr. Hermann Meincke:718 Mit ← 230 | 231 → der Garantie, innerhalb kürzester Zeit das Verfahren zur Massenherstellung künstlicher Diamanten erforschen und zur Anwendung bringen zu können, hatte er nicht nur zahlreiche private Investoren von seinem Projekt überzeugt, sondern auch den damaligen Bundeswirtschaftsminister Ludwig Erhard, der der „Hartmaterial-Kommanditgesellschaft Dr. Meincke (HAMAK)“ auf einem Kasernengelände in Duisdorf (bei Bonn) die entsprechenden Örtlichkeiten für die erforderlichen Forschungs- und Entwicklungslabore günstig zur Miete überlassen hatte. Um dem ‚Vater des Wirtschaftswunders‘ Dankbarkeit und Anerkennung zu zollen, taufte Dr. Meincke seinen ersten angeblich synthetisch erzeugten Diamanten in Anwesenheit des Wirtschaftsministers auf den Namen „Erhard“ und nahm diesen Durchbruch zum Anlass, vor allem in der westdeutschen adeligen Gesellschaft um weitere Finanziers zu werben. Nur wenige Monate später, als die Massenherstellung der künstlichen Diamanten immer länger auf sich warten ließ, und drei neu eingestellte wissenschaftliche Mitarbeiter der HAMAK öffentlich Zweifel ob der Durchführbarkeit und Seriosität des Meincke’schen Verfahrens anmeldeten, wurde der so integer erscheinende und mit Gutachten und Referenzen ausgestattete Dr. Hermann Meincke als Hochstapler entlarvt. Wegen Betrugs wurde er in der Folge zu drei Jahren Gefängnis verurteilt; auch Mitarbeiter im Bundeswirtschaftsministerium mussten sich später vor Gericht verantworten.719

Diese wegen der konkreten Beteiligung des Bundeswirtschaftsministers auch politische Affäre, über die weit über Bonn hinaus in s...

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