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Der Hamburger Theaterskandal von 1801

Eine Quellendokumentation zur politischen Ästhetik des Theaters um 1800

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Martin Schneider

Der Herausgeber dokumentiert, kommentiert und analysiert erstmals den Hamburger Theaterskandal von 1801. Damals kam es zu einer offenen Rebellion des Publikums gegen die fünf Direktoren der Bühne. Lautstark forderten die Zuschauer ein Mitspracherecht bei künstlerischen Entscheidungen. Sie zeigten damit, dass das Theater um 1800 als öffentlicher Verhandlungsort politischer und ästhetischer Konflikte zu begreifen ist. Dieses Buch dokumentiert den Hamburger Theaterskandal anhand historischer Pressetexte. Dabei macht der Herausgeber deutlich, welche Rolle die Medien bei der Eskalation des Streits und seiner Bewältigung in der Öffentlichkeit spielten. Die hier zum ersten Mal edierten und kontextualisierten Quellen des Skandals erlauben neue Erkenntnisse über die Funktionsweise von Theaterskandalen überhaupt.

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44. Ferdinand Beneke: Die Tagebücher. Bd. I/3. 1799 bis 1801. Göttingen 2012, S. 400.

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Die unglücklichen Comödianten, ein Gegenstück zu den Unglücklichen des Hrn. v. Kotzebue, Lustspiel in 1 Act.

Dieß, unter dem Druckort Berlin, erschienene Product ist wahrscheinlich in Hamburg verfaßt und verlegt. Der Verfasser dürfte einen Plaz unter den wizigen Köpfen einnehmen, wenn er seine Feder nicht für die Ge[329]burt einer Invektive geliehen hätte, die der Anstand weder entschuldigen noch rechtfertigen kann.

Es ist eine traurige Betrachtung, daß der Geist der Zeit, selbst bei den geringfügigsten Ereignissen, so leicht in Gemeinheit ausartet. Dieß Product verdient←196 | 197→ Verachtung und dessen Schreiber und Urheber, die Denunciation vor dem Richterstuhl der Vernunft, wegen der Versündigung gegen das moralischbürgerliche Verhältniß. Die Entschuldigung, daß dieß Machwerk blos eine illusorische Piece sey, kann wohl hier nicht gelten, da der Verfasser unter den Namen Lämmerhans, Lahrs, Eulenspiegel, Stegmeister, Herzberg u. a. m. die Personen zu deutlich bezeichnet, denen die Invektive gilt.

Wenn Schaamlosigkeit ein Verdienst ist, so hat der Verfasser den größten Anspruch auf Verdienst. Herr Schröder spielt unter dem Namen Falk mit, und der Schauspieler Arresto, dem man den Aufruf an einheimische und auswärtige Künstler und Kunstliebhaber zuschreibt, unter dem Namen Arrestant.

Alles, was Wuth und Rache eingeben kann, ist über Arresto ausgegossen. Der Verfasser läßt ihn zulezt mit Ruthen streichen. [330]

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