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Dialogische Krimianalysen

Fachdidaktik und Fachwissenschaft untersuchen aktuelle Repräsentationsformen des französischen Krimis

Edited By Corinna Koch, Sabine Schmitz and Sandra Lang

Ein Dialog zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik findet trotz kritischer bildungspolitischer Entwicklungen für das Französische bisher kaum statt. Um diese Zusammenarbeit zu etablieren, wählten die Herausgeberinnen für die Beiträge dieses Bandes ein innovatives Format: Es wurden Autorenteams aus Literaturwissenschaftlern und Fachdidaktikern gebildet. Als Gegenstand des Dialogs fiel die Wahl auf die Krimikultur Frankreichs, da «roman» und «film noir», «littérature» und «BD policière» dort einen herausragenden Platz im kulturellen Referenzsystem einnehmen. Jedes Team übernahm ein zentrales Element aktueller Repräsentationsformen des Krimis. So stellt der Band vielfältige Bezüge zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik her und zeigt das konkrete Potential der Zusammenarbeit beider Disziplinen auf.

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Vorwort

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Der potenzielle Mehrwert eines Austauschs zwischen Fachdidaktik und Fachwissenschaft, der beide Fachrichtungen in ein intensives Gespräch bringt, wurde vor einigen Jahren in dem Sammelband Literaturdidaktik im Dialog auf einer vornehmlich theoretischen Ebene aufgezeigt.1 Bis heute findet ein solcher Dialog für die Schulfremdsprachen, vor allem für das Französische2, jedoch kaum statt. Ein Desiderat ist somit eine fest etablierte Zusammenarbeit zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik in Form eines gegenstandsbezogenen Dialogs, der die wenigen bisher vorliegenden interdisziplinären Ansätze diskutiert, konkretisiert und erweitert. Auf der Grundlage eines substantiellen Dialogs zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik kann der Stellenwert literarischer Texte im Französischunterricht – und auf einer übergeordneten Ebene die Vermittlung ästhetisch-literarischen Lernens im Fremdsprachenunterricht3 – eine konkrete Aufwertung und Anregungen, die auch über sprachliche Ziele hinausgehen, erfahren. Dies ist zu einem Zeitpunkt besonders wichtig, zu dem die Bildungsstandards für den Mittleren Schulabschluss die Bedeutung von Literatur im Fremdsprachenunterricht zurückdrängen, da literarische Texte dort – und auch in den aus ihnen abgeleiteten landesspezifischen Lehrplänen – eine lediglich dem Leseverstehen untergeordnete, marginale Rolle spielen.4 In den Bildungsstandards für die fortgeführte Fremdsprache für die Allgemeine Hochschulreife werden literarische Texte zwar durch den hinzugenommenen Kompetenzbereich Text- und Medienkompetenz gleichberechtigt neben nichtliterarische Texte gestellt, fraglich ist allerdings, wie der Umgang mit fremdsprachigen literarischen Texten←7 | 8→ und Medien in der Oberstufe gelingen kann, wenn in der Sekundarstufe I kaum auf ihn vorbereitet worden ist.5 Vor diesem Hintergrund kommt vornehmlich der fremdsprachlichen Literaturdidaktik die Aufgabe zu, die Sicherung der derzeit insbesondere...

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