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Dialogische Krimianalysen

Fachdidaktik und Fachwissenschaft untersuchen aktuelle Repräsentationsformen des französischen Krimis

Edited By Corinna Koch, Sabine Schmitz and Sandra Lang

Ein Dialog zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik findet trotz kritischer bildungspolitischer Entwicklungen für das Französische bisher kaum statt. Um diese Zusammenarbeit zu etablieren, wählten die Herausgeberinnen für die Beiträge dieses Bandes ein innovatives Format: Es wurden Autorenteams aus Literaturwissenschaftlern und Fachdidaktikern gebildet. Als Gegenstand des Dialogs fiel die Wahl auf die Krimikultur Frankreichs, da «roman» und «film noir», «littérature» und «BD policière» dort einen herausragenden Platz im kulturellen Referenzsystem einnehmen. Jedes Team übernahm ein zentrales Element aktueller Repräsentationsformen des Krimis. So stellt der Band vielfältige Bezüge zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik her und zeigt das konkrete Potential der Zusammenarbeit beider Disziplinen auf.

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Spannungsanalyse im Französischunterricht. Wirkungsabsichten und Konstruktionsprinzipen des Krimis von Boileau-Narcejac zu Hitchcock (Ralf Junkerjürgen / Christoph Oliver Mayer)

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Ralf Junkerjürgen / Christoph Oliver Mayer

Spannungsanalyse im Französischunterricht. Wirkungsabsichten und Konstruktionsprinzipen des Krimis von Boileau-Narcejac zu Hitchcock

Abstract: The present article suggests using Suspense Fiction such as crime novels not only to motivate pupils to engage with reading and language learning, but also to analyze the very nature of suspense itself. After a brief introduction into the theory of suspense, the authors present a suspense analysis of the novel D’entre les morts by Boileau-Narcejac and its film adaptation Vertigo by Hitchcock.

1. Literaturdidaktische Vorüberlegungen

Spannender Französischunterricht? Was liegt da näher, als auf Kriminalliteratur zurückzugreifen und damit Schülerinnen und Schüler zu motivieren, wenn doch Krimis gemeinhin als spannende Texte gelten. Aber bleibt dabei im Unterricht auch noch Platz für die explizite Thematisierung von Spannung?

Spannung im Fremdsprachenunterricht steht seit den 1970er Jahren Pate für die Motivierung von Schülerinnen und Schülern durch spannende Texte, was sich über die Integration von Kriminalliteratur in den Lektürekanon bis hin zu einem immer vielfältiger werdenden Angebot an Lernkrimis zeigt.1 Allerdings wird vermutlich, was diverse Lehrbucheinheiten zur Literatur generell demonstrieren,2 zumeist nicht vordergründig der literarische Text als solcher gelesen und analysiert oder zur Textproduktion angeregt, sondern allzu oft bloß als motivie←67 | 68→render Anlass für Grammatikübungen, Wortschatzübungen und interkulturelle Lerninhalte genutzt. Der psychophysische Zustand des Gespannt-Seins durch die Krimilektüre wird also gemeinhin als förderlich...

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