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Dialogische Krimianalysen

Fachdidaktik und Fachwissenschaft untersuchen aktuelle Repräsentationsformen des französischen Krimis

Edited By Corinna Koch, Sabine Schmitz and Sandra Lang

Ein Dialog zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik findet trotz kritischer bildungspolitischer Entwicklungen für das Französische bisher kaum statt. Um diese Zusammenarbeit zu etablieren, wählten die Herausgeberinnen für die Beiträge dieses Bandes ein innovatives Format: Es wurden Autorenteams aus Literaturwissenschaftlern und Fachdidaktikern gebildet. Als Gegenstand des Dialogs fiel die Wahl auf die Krimikultur Frankreichs, da «roman» und «film noir», «littérature» und «BD policière» dort einen herausragenden Platz im kulturellen Referenzsystem einnehmen. Jedes Team übernahm ein zentrales Element aktueller Repräsentationsformen des Krimis. So stellt der Band vielfältige Bezüge zwischen Fachwissenschaft und Fachdidaktik her und zeigt das konkrete Potential der Zusammenarbeit beider Disziplinen auf.

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Detektionsarbeit im Zeichen von Abduktion und Metis in Fred Vargas’ Kriminalroman Debout les morts (1995) – eine literaturwissenschaftlich-didaktische Perspektivierung (Sabine Schmitz / Lutz Küster)

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Sabine Schmitz / Lutz Küster

Detektionsarbeit im Zeichen von Abduktion und Metis in Fred Vargas’ Kriminalroman Debout les morts (1995) – eine literaturwissenschaftlich-didaktische Perspektivierung

Abstract: The plot of nearly all detective stories is driven by a criminal investigation and by the methods that agents use in this context. Taking Fred Vargas’ novel Debout les morts as an example, the present paper describes the characteristics of so-called ‚abductive methods‘ emphasizing their epistemological implications. The latter link directly to theories of learning, which gives the opportunity to bridge the gap between literary theory and didactics of literature. In fact, analysing the investigation methods in the novel might help learners of French to reflect upon their own role as language detectives in the processes of learning.

Einleitung

Der klassische Detektivroman ist strukturell von der Voraussetzung geprägt, dass es seinem Protagonisten, dem Detektiv, aufgrund der Lesbarkeit der Welt und der Sinnhaftigkeit der in die Welt eingeschriebenen Spuren von Subjekten und Objekten erfolgreich gelingt, ein Verbrechen aufzuklären und damit die beschädigte Ordnung der Gesellschaft wieder herzustellen. Der menschliche Intellekt, genauer gesagt die menschliche Rationalität, ist die Wunderwaffe, die den Menschen eine zweifelsfreie Lektüre der Welt erlaubt. Mirko F. Schmidt charakterisiert diese grundlegende Annahme des klassischen Detektivromans treffend, wenn er feststellt: „Alles ist schließlich rational erklärbar und mittels Logik rückführbar auf eine Wahrheit. Als Funktion gewordene Figur reduziert der Detektiv die Komplexität und löscht die Polysemien aus...

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