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Sein, Sinn und Werte

Phänomenologische und hermeneutische Perspektiven des europäischen Denkens

Series:

Yvanka B. Raynova

Das zentrale Anliegen des Buches ist es zu zeigen, dass die Phänomenologie nicht nur aus dem Krisis-Denken entstanden ist, sondern, dass dieses es ihr auch ermöglicht hat, sich immer weiter zu entwickeln. Dadurch ist eine Vielzahl an phänomenologischen Richtungen und Methoden entstanden. Ferner wird gezeigt, inwiefern die Krise der Vernunft zu einer Krise des Sinns und des Seins führt, die wiederum die Werte infrage stellt und eine Wertkrise auslöst. Diese axiologische Unsicherheit, namentlich bei Sartre, Arendt, Ricœur und Derrida, spitzt sich in der Problematik der Verantwortung und des Menschlichen – die Menschenwürde und die Menschenrechte inbegriffen – besonders zu und mündet in die Notwendigkeit eines Umdenkens von Geschichte und Gemeinschaft.

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3. Der Abgrund des Daseins und die Unbestimmtheit der Werte

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1

"Wenn nichts mich zwingt, mein Leben zu retten, hindertmich nichts, mich in den Abgrund zu stürzen".Jean-Paul Sartre2

In seinem Frühwerk Gabriel Marcel und Karl Jaspers notiert Paul Ricœur in einer Fußnote Folgendes:

Als Reaktion auf den Existentialismus von Sartre, der den Wert der Wahl unterordnet, ist die Existenzphilosophie aufgefordert einen Weg zu suchen zwischen dem Apriorismus der Werte, der den enthüllenden und kreativen Charakter der Freiheit unterschätzt, und dem radikalen Aposteriorismus, der die Werte reduziert und zu Projektionen der Wahl macht.3

Damit gibt er einerseits zu verstehen, dass der axiologische Apriorismus von Scheler, auf den er an mehreren Stellen explizit verweist, und Sartres Wertekonzeption zwei einander entgegengesetzte axiologische Paradigmen innerhalb der phänomenologischexistentiellen Tradition darstellen, und andererseits, dass beide wesentliche Schwachstellen beinhalten, die von einer neuen Wertekonzeption überwunden werden sollten. ← 78 | 79 →

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