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Sein, Sinn und Werte

Phänomenologische und hermeneutische Perspektiven des europäischen Denkens

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Yvanka B. Raynova

Das zentrale Anliegen des Buches ist es zu zeigen, dass die Phänomenologie nicht nur aus dem Krisis-Denken entstanden ist, sondern, dass dieses es ihr auch ermöglicht hat, sich immer weiter zu entwickeln. Dadurch ist eine Vielzahl an phänomenologischen Richtungen und Methoden entstanden. Ferner wird gezeigt, inwiefern die Krise der Vernunft zu einer Krise des Sinns und des Seins führt, die wiederum die Werte infrage stellt und eine Wertkrise auslöst. Diese axiologische Unsicherheit, namentlich bei Sartre, Arendt, Ricœur und Derrida, spitzt sich in der Problematik der Verantwortung und des Menschlichen – die Menschenwürde und die Menschenrechte inbegriffen – besonders zu und mündet in die Notwendigkeit eines Umdenkens von Geschichte und Gemeinschaft.

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6. Zwischen Rationalität und Gewalt: Das paradoxale Labyrinth des Politischen

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6. Zwischen Rationalität und Gewalt:Das paradoxe Labyrinth des Politischen

"Wir selbst sind es, wir als homo politicus,die die Zwiespältigkeit unserer eigenen Geschichte erzeugen".Paul Ricœur

Obwohl Paul Ricœur das Problem des Politischen in einzelnen Studien behandelt hat, findet man wichtige Ansätze dazu auch in vielen seiner anderen Schriften. Dies erschwert zwar die Aufgabe, ein Gesamtbild seiner Auffassung des Politischen zu gewinnen, es zeugt aber zugleich von der Notwendigkeit einer hermeneutischen Rekonstruktion des Problems in seiner Fragestellung und impliziten Struktur. Eine Auseinandersetzung mit Ricœurs Theorie des Politischen sollte jedoch zuallererst in Betracht ziehen, dass sowohl sein Interesse für die Fragen der Politik und der Geschichte als auch sein politisches Engagement in engem Zusammenhang mit seiner persönlichen Lebenserfahrung stehen. Wie Ricœur aus dieser Erfahrung heraus zu einer philosophischen Auffassung des Politischen, dessen Wesen erst durch seinen Unterschied und seinen ständigen Bezug zur Politik verstanden werden kann, gekommen ist, soll in einem zweiten Schritt erarbeitet werden. Die Spezifik des Politischen, das nach Ricœur in einem unaufhebbaren Paradox von Recht und Unterdrückung, von Rationalität und Gewalt besteht, könnte sodann in zwei weiteren Schritten nachvollzogen werden: erstens in der Analyse des Übergangs vom Politischen zur Politik, d. h. vom abstrakten Zwangsrecht zur realen politischen Gewalt, und zweitens in der Klärung der Möglichkeiten und der Effizienz einer demokratischen Kontrolle der Gewalt sowie eines alternativen gewaltlosen Widerstandes.

Das Hauptziel des folgenden Beitrags besteht...

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