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Business-Fiktionen und Management-Inszenierungen

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Edited By Yvette Sánchez

Seit der Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008 ist ein Anstieg literarischer und literaturkritischer Auseinandersetzungen mit der Figur des Managers und den Mechanismen der Geschäftswelt zu vermerken. Gleichzeitig setzen Unternehmen vermehrt auf das Distinktionsmerkmal der Kreativität. Dazu gehören die Methoden des Storytelling sowie der kunstbasierten Interventionen zur Personalentwicklung oder die Zusammenarbeit mit professionellen Theaterleuten an Aktionärsversammlungen.

Die in diesem Band vereinten vierzehn Beiträge aus verschiedenen Disziplinen testen die Grenzen zwischen den Künsten und der Wirtschaft. Es wird unter anderem die These aufgestellt, dass die Fiktionalitätsanteile in Romanen oder Theaterstücken niedriger ausfallen als in deklariert lebensweltlichen Inszenierungen von Managern.

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Immer auf der Kippe: Manager in der Fiktion – Fiktion im Management (Günter Müller-Stewens / Yvette Sánchez)

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Günter Müller-Stewens und Yvette Sánchez (Universität St. Gallen)

Immer auf der Kippe: Manager in der Fiktion – Fiktion im Management

Dieser Beitrag baut auf den Erfahrungen zu unserer Lehrveranstaltung für Wirtschaftsstudierende an der Universität St. Gallen zum Thema „Management als literarisches Thema“ auf. Als Vertreter der internationalen Managementlehre bzw. der Kultur- und Literaturwissenschaften haben wir uns gemeinsam gefragt, wie die Figur des Managers in der Fiktion aufgegriffen und dargestellt wird. Aber auch umgekehrt galt es zu reflektieren: Was hat Management mit Fiktion zu tun? Man denke dabei etwa an die Inszenierung einer Hauptversammlung1 oder an die Selbstdarstellung von Managern in Autobiografien. So hatten sich die Studierenden in diesem Seminar mit Exponaten künstlerischen Schaffens in verschiedenen Formaten auseinander zu setzen, aber auch mit dokumentarisch gedachten Texten aus der Managementliteratur, z. B. (Auto-)Biografien von Managern. Ausgangspunkt war die Grundannahme der wichtigen Funktion, die Theater, Literatur, bildende Kunst oder Filme zur Erfassung und Verarbeitung des Zeitgeschehens, auch aus der Optik der Wirtschaft, zukommt. In diesem Beitrag möchten wir aus dem Hörsaal berichten und auch unsere Erfahrungen und Erkenntnisse aus gemeinsamen Vorträgen Revue passieren lassen.

1. Der Manager als fiktionaler Betrachtungsgegenstand

Ob es sich um die Beschreibung real existierender Personen handelt (z. B. in Biografien, in empirischen Studien, in Interviews) oder um fiktive Figuren (z. B. im Sprechtheater, in der Oper, im Film, im Märchen), in beiden Kategorien wird versucht, belehrend, beschreibend oder unterhaltend F...

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