Show Less
Restricted access

Business-Fiktionen und Management-Inszenierungen

Series:

Edited By Yvette Sánchez

Seit der Finanz-und Wirtschaftskrise von 2008 ist ein Anstieg literarischer und literaturkritischer Auseinandersetzungen mit der Figur des Managers und den Mechanismen der Geschäftswelt zu vermerken. Gleichzeitig setzen Unternehmen vermehrt auf das Distinktionsmerkmal der Kreativität. Dazu gehören die Methoden des Storytelling sowie der kunstbasierten Interventionen zur Personalentwicklung oder die Zusammenarbeit mit professionellen Theaterleuten an Aktionärsversammlungen.

Die in diesem Band vereinten vierzehn Beiträge aus verschiedenen Disziplinen testen die Grenzen zwischen den Künsten und der Wirtschaft. Es wird unter anderem die These aufgestellt, dass die Fiktionalitätsanteile in Romanen oder Theaterstücken niedriger ausfallen als in deklariert lebensweltlichen Inszenierungen von Managern.

Show Summary Details
Restricted access

Film und Management – Les paradis artificiels (Manuel Pombo)

Extract

Manuel Pombo (Universität St. Gallen)

Film und Management – Les paradis artificiels

Einführung

Die große Leinwand dient seit ihren Ursprüngen nicht nur als Spiegel und Seismograph gesellschaftlicher Werte und Einstellungen, sondern trägt auch in einem dialektischen Zusammenspiel und mit einer hohen Dosis Kreativität substanziell zu ihrer Konfiguration bei. Das Medium Film unterscheidet sich von anderen Kunstformen, indem es einen viel breiteren soziokulturellen Rahmen absteckt. Schon seit den Anfängen des Tonfilms um die Jahrhundertwende stellen die Meilensteine des Genres auf mehr oder weniger explizite Art die Magnaten ihrer Zeit dar, so zum Beispiel The Power and Glory (William K. Howard, 1933) oder Citizen Kane (Orson Welles, 1941), welche den verderblichen Einfluss der Macht und des Geldes anprangern.

In diesem Artikel wollen wir anhand einiger ausgewählter Filmproduktionen neueren Datums aufzeigen, wie sich die siebte Kunst Zugang zur Welt des Managements und der Finanzen verschafft, wie sie diese diskursiv verarbeitet, welcher Bilderwelt sie sich für ihre Darstellung bedient, welche Mythen sie kreiert oder fortsetzt und welche Analogien zur Literatur feststellbar sind.

Die Finanzkrise als Nährboden für die künstlerische Produktion

Wie in den anderen Künsten, insbesondere in der Literatur und im Theater, verzeichnet man auch in der Filmproduktion – vor allem in ihrer dokumentarischen Ausprägung – seit dem Ende des 20. Jahrhunderts eine beträchtliche Zunahme von Werken, die sich mit der Welt der Wirtschaft und Finanzen auseinandersetzen. Vor allem die...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.