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Sprachliche Variation in autobiographischen Interviews

Theoretische und methodische Zugänge

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Edited By Ingrid Schröder and Carolin Jürgens

Der Band dokumentiert die Beiträge eines Workshops im Rahmen des Projekts «Einstellungen gegenüber regionalen Sprachformen in der Großstadt: Niederdeutsch in Hamburg (NiH)». Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten und Grenzen sprachbiographischer Analysen, wobei vornehmlich theoretische Grundlagen und Methoden diskutiert wurden. Eine wesentliche methodische Differenz besteht in der Fokussierung des Inhaltes von Sprachbiographien im Unterschied zur Fokussierung der sprachlichen Form und damit der Konstruktion von Biographien und Identitäten. So spielen sowohl inhalts- wie auch gesprächs- und narrationsanalytische Ansätze eine Rolle. Sprachbiographische Modellbildungen stehen neben exemplarischen Analysen von autobiographischen Erzählungen, die von Mehrsprachigkeit und Varietätenkontakt geprägt sind.

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Von der Sprachbiografie zur Sprachgebrauchsgeschichte. Die Rekonstruktion des Varietätengebrauchs auf den Rostocker Werften (Klaas-Hinrich Ehlers)

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Klaas-Hinrich Ehlers (Berlin)

Von der Sprachbiografie zur Sprachgebrauchsgeschichte. Die Rekonstruktion des Varietätengebrauchs auf den Rostocker Werften

Abstract: My case study in the sociolinguistic history of Low German shows that language biographies can be valid sources for documenting the use of language over time, especially the heterogeneity of language behavior at a certain point of history. Drawing on biographical interviews I reconstruct that the Low German dialect was used in all domains of communication within the shipbuilding industry of Rostock from the 1950s to 1980s. The industrial labor environment is seen as a social place where dialect was frequently used and even passed on to immigrants.

1  Sprachbiografien als Quellen der Sprachhistoriografie

Der Fokus der Forschungen zu Sprachbiografien richtet sich naturgemäß erstens auf das Sprachverhalten von Individuen und zweitens auf Abläufe in der Zeit, sowohl in der gelebten und erinnerten Biografie als auch in der narrativen Strukturierung der sprachlich rekonstruierten Biografie.1 Zentrales Thema der Sprachbiografieforschung sind demnach zunächst individuelle Verläufe von Spracherwerb, Sprachkontakten, Sprachwechsel oder Sprachverlust. Sprachbiografieforschung bleibt aber keineswegs zwangsläufig bei der individuellen Einzelfallstudie stehen. Eine überindividuelle Perspektive kann sich auf „wiederkehrende Strukturelemente“ oder überindividuelle „Figuren“2 der sprachbiografischen Narrationen, auf typische sprachliche Erwerbs- oder Verlustverläufe und deren typische soziale Bedingungsfaktoren beziehen oder aber „überindividuelle Erfahrungen“ herausarbeiten, die sich in den Sprachbiografien der Individuen niederschlagen: „Erfahrungen, die für eine Generation, für ein Gebiet, für einen bestimmten geschichtlichen Moment überindividuell...

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