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Historische und systematische Fallstudien in Religion und Politik vom Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert

Series:

Arno Strohmeyer and Lena Oetzel

Das Buch untersucht in unterschiedlichen räumlichen Kontexten den Zusammenhang von Religion und Politik vom 7. Jahrhundert bis in die jüngste Vergangenheit. Aus historischer, theologisch-systematischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive werden die Verflechtung der Religion mit Macht und Gewalt sowie der Umgang mit religiöser Pluralität in der Vergangenheit vor Augen geführt. Besondere Aufmerksamkeit finden die Weltreligionen Christentum und Islam. Die AutorInnen analysieren die Wurzeln aktueller Problemlagen und die vielfältige politische Instrumentalisierung des Religiösen sowie die Grundkonstellationen im historischen Wandel.

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Die Christen Ägyptens: Religion, Kirche und Politik als Verhandlungsorte koptischer Identität seit den 1950er Jahren (Andreas Schmoller)

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Andreas Schmoller

Die Christen Ägyptens: Religion, Kirche und Politik als Verhandlungsorte koptischer Identität seit den 1950er Jahren

Abstract: The article outlines the Coptic Orthodox Church since the Revolution in 1952. It focuses on intragroup movements during the papacies of Cyril VI and Shenouda III, and it contextualizes the Coptic revival in the political history of Egypt.

Dieser Beitrag fasst die Zeitgeschichte der größten religiösen Minderheit Ägyptens seit der ägyptischen Revolution 1952 unter dem Gesichtspunkt von Identitätsbildung durch externe politische Prozesse einerseits und interne kirchlich-religiöse Erneuerung andererseits zusammen. Der Überblick basiert auf dem aktuellen Stand der internationalen Forschung, die sich seit den späten 1990er Jahren allmählich formiert hat, um die moderne Geschichte der Kopten als eigenständigen Untersuchungsgegenstand zu etablieren.1 Der erste Teil zeigt brennpunktartig die Situation der koptischen Christen Ägyptens zur Zeit der ägyptischen Revolution 1952. Es handelt sich um eine Momentaufnahme eines langandauernden historischen Prozesses, in dem eine starke, politisch einflussreiche, koptische Laienschaft einer autoritätsarmen Amtskirche gegenübersteht. Wie im zweiten Teil zu sehen sein wird, veränderte sich dieses inner-koptische Kräfteverhältnis binnen weniger Jahrzehnte grundlegend. Kopten werden politisch in Ägypten nicht mehr durch Laien-Eliten repräsentiert, sondern ausschließlich durch den Papst als hegemoniale Stimme seiner koptischen Gemeinde. Und auch die Bedeutung der Laien-Elite ist plötzlich nicht mehr greifbar, vor allem in Ägypten. Für diese Entwicklung sind einerseits gruppeninterne Langzeitentwicklungen ausschlaggebend, andererseits aber auch externe gesamt...

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