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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 4

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit der Sektion «Qualifizierung von DaF-Lehrkräften weltweit», darauf folgt die Sektion «Germanistische Qualifikationen weltweit: Curricula und Berufsbilder von AuslandsgermanistInnen». Die Sektion «Phonetik und Phonologie Deutsch als Fremdsprache» beschließt den Band.

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Bedarfsorientierte philologische Germanistik

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Die Alarmglocken sind nicht zu überhören: verstärkter Würgegriff wirtschaftlicher Prioritäten, schrumpfende Zahlen der Studienbewerber/innen, sinkende Nachfrage seitens des Arbeitsmarktes. Gegenwärtige Hochschulgermanistik soll zudem in einem stark von Konkurrenz geprägten Umfeld agieren: Sprachenlernen verlagert sich nach vorn (der Fremdsprachenunterricht beginnt oft schon im Vorschulalter) oder nach hinten (im Sinne des lebenslangen Lernens). Der institutionalisierte Sprachunterricht tritt allmählich hinter flexiblere Formen zurück (Online-Sprachkurse, Selbststudium). Die Zweifel an der Existenzberechtigung germanistischer (im klassischen Sinne: philologisch ausgerichteter) Studiengänge verdichten sich. Und es zeigt sich deutlich: Im Konkurrenzkampf sind die Geisteswissenschaften die unterlegenen.1

Unter diesen Umständen darf es nicht verwundern, dass die berechtigte Frage aufkommt: Kämpft man nicht um einen bereits verlorenen (und eventuell nicht mehr nötigen) Posten? Denn auch die vielen Innovationsversuche der letzten Jahre, die Studiengänge wie Angewandte Linguistik, Interkulturelle Germanistik, DaF, German Studies etc. ins Leben gerufen haben, konnten keine Wende bewirken.

Jedoch wäre eine solche Untergangsstimmung kontraproduktiv. Natürlich kann die Germanistik nicht zu einer führenden Disziplin werden, aber sie könnte ihren Platz unter anderen behaupten. Der eine Weg besteht in der Einrichtung von Doppelstudiengängen, in denen die Germanistik mit anderen Mainstream-Fächern kombiniert wird. Die Transdisziplinarität, die sich unumgänglich einstellen wird, wird die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden fördern. Das bedeutet Ausstattung mit weitreichenderen Kompetenzen als die, die in einem nur philologischen oder nur naturwissenschaftlichen Studium entwickelt werden können. Das wäre aber keine...

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