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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 4

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung des Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) in Shanghai 2015. Er beginnt mit der Sektion «Qualifizierung von DaF-Lehrkräften weltweit», darauf folgt die Sektion «Germanistische Qualifikationen weltweit: Curricula und Berufsbilder von AuslandsgermanistInnen». Die Sektion «Phonetik und Phonologie Deutsch als Fremdsprache» beschließt den Band.

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Markiertheit als Erklärungsansatz zum Erwerb prosodischer Strukturen in DaF

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1. Markiertheit

Markiertheit wird als Erklärungsansatz für Dynamiken des Fremdsprachenerwerbs herangezogen, beispielsweise um Lernerschwierigkeiten bei bestimmten sprachlichen Erscheinungen vorherzusagen1 oder um Erwerbsreihenfolgen zu begründen2. Wir untersuchen das Konzept der Markiertheit bezüglich seiner Anwendbarkeit auf Aspekte des Spracherwerbs im Kontext von Deutsch als Fremdsprache (DaF).

Der Ansatz der Markiertheit geht davon aus, dass es sprachliche Erscheinungen gibt, die sich in nur einem Merkmal unterscheiden. Späterer vs. früherer Erwerb, geringere vs. größere Frequenz und größere vs. geringere Komplexität werden häufig genommen um Markiertheitsoppositionen zu charakterisieren3. Das Vorhandensein des unmarkierten Elements setzt das Auftreten des markierten Elements einer Opposition voraus. ‘Unmarkiert‘ wird gleichbedeutend mit merkmallos, einfacher, häufiger, perzeptuell salienter verwendet (e.g. CV-Silbenstrukturen, Onsets), gegenüber ‘markiert‘ als merkmalstragend, komplexer, seltener und perzeptuell schwieriger wahrnehmbar (CVC-Silbenstrukturen, Codas)4. Mittlerweile wird die Opposition ‘markiert‘ vs. ‘unmarkiert‘ in einem Kontinuum aufgelöst, das sich von ‘maximal unmarkiert‘ bis ‘maximal markiert‘ erstreckt.

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