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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 5

Series:

Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Sprachpflege und Sprachkritik als gesellschaftliche Aufgaben», darauf folgen die Sektionen «Wie kann man in der heutigen Zeit der Globalisierung die deutsche Sprache in der Welt (optimal) fördern?», «Inter- und Transkulturalität bei internationalen Kooperationen im Hochschulbereich: Schwerpunkt Deutsch als Fremdsprache» sowie «Lernplattformen zum virtuellen Lernen – was bringen sie für Lernen und Lehren und welche Chancen und Möglichkeiten für die internationale Germanistik». Die Sektion «Bedeutung und Vermittlung des Deutschen für die Fach- und Berufskommunikation weltweit» beschließt den Band.

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Sprachnormen in Sprachwissenschaft und Öffentlicher Sprachkritik (Thomas Niehr)

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Thomas Niehr (Aachen, Deutschland)

Sprachnormen in Sprachwissenschaft und Öffentlicher Sprachkritik

1. Einleitung

In diesem Beitrag soll verdeutlicht werden, welche Faktoren in erster Linie dafür verantwortlich sind, dass das Verhältnis von öffentlicher Sprachkritik und Sprachwissenschaft immer noch als schwierig zu kennzeichnen ist.1 Die Hypothese, der in diesem Zusammenhang nachzugehen lohnt, lautet, dass das Sprachnormverständnis der öffentlichen Sprachkritik und einer Sprachwissenschaft, die sprachkritischen Fragen gegenüber aufgeschlossen ist, grundlegend verschieden sind. Diese Verschiedenheit macht ein wesentliches Moment der Schwierigkeiten aus, durch die das Verhältnis von öffentlicher Sprachkritik und Sprachwissenschaft charakterisiert werden kann.

Dass das Verhältnis zwischen Sprachkritik und Sprachwissenschaft keineswegs immer so heikel war, liegt daran, dass es die uns heutige so geläufige Trennung von Sprachwissenschaft und Sprachkritik nicht seit jeher gegeben hat (vgl. Schiewe 2003, S. 404–408). Erst mit der Eta-blierung einer sich als Philologie verstehenden Wissenschaft trennten sich die Wege von Sprachwissenschaft und -kritik. Während sich die Philologien als akademische Disziplinen dem Studium der (vergleichenden) Sprachgeschichte und später der sprachlichen Strukturen zuwandten, blieb die Sprachkritik, die von da an v. a. im nichtakademischen, öffentlichen Raum ihren Platz fand, den ursprünglichen Interessen treu. Mit dieser Trennung von wissenschaftlicher Sprachbeschreibung und öffentlicher Sprachkritik setzt auch die Kritik von Seiten der Sprachkritik ein, die der Sprachwissenschaft eben das zum Vorwurf macht, was diese zum Prinzip erhoben hat – die nicht wertende Beschreibung (Deskription) von Sprache.

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