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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 6

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kognition der Mehrsprachigkeit», darauf folgt die Sektion «Das Lernen und Lehren der deutschen Sprache in einer mehrsprachigen Welt: sprachpolitische Bedingungen und Ansätze». Die Sektion «Die Rolle des Sprachvergleichs beim Erwerb des Deutschen» beschließt den Band.

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Zu den Grundlagen einer kognitiven Fremdsprachendidaktik (Jörg Roche / Ferran Suñer)

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Jörg Roche, Ferran Suñer (München, Deutschland)

Zu den Grundlagen einer kognitiven Fremdsprachendidaktik

Einleitung

Mit der Weiterentwicklung der kognitiven Linguistik beginnt sich, wie die Sektion bei der IVG in Shanghai zeigte, auch in der Fremdsprachendidaktik ein Paradigmenwechsel zu vollziehen.1 Die kognitionslinguistischen Grundlagen dieses Paradigmenwechsels und verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für den Sprachenerwerb versucht dieser Beitrag am Beispiel der Grammatikanimationen zu skizzieren. Dieser Beitrag basiert auf einer ausführlicheren Darstellung in der Zeitschrift für Interkulturellen Fremdsprachenunterricht 2/2014 von Roche/Suñer.

Kognitive Linguistik und Sprachvermittlung

Ein zentraler Aspekt des Paradigmenwechsels in der Kognitiven Linguistik ist die Aufhebung einer grundsätzlichen Trennung zwischen Lexikon und Grammatik und damit der primären Fokussierung von Formaspekten in der Sprachvermittlung. Die kognitionslinguistischen Ansätze gehen vielmehr davon aus, dass Grammatik und Lexikon ein Kontinuum symbolischer Einheiten bilden, die jeweils einen phonologischen Pol (inklusive orthographischer Information) und einen semantischen Pol (inklusive diskursiver und pragmatischer Information) haben. Daraus ergibt sich also, dass sowohl das Lexikon als auch die Grammatik eine Bedeutung haben. Die Kriterien der Spezifizität und der symbolischen Komplexität lassen nach Langacker2 jedoch keine eindeutige Abgrenzung der Bedeutung von Lexikon und Grammatik zu. So finden sich einerseits idiomatische Redewendungen wie Jemandem auf der Nase herumtanzen, die zwar symbolisch komplex sind, aber eine sehr spezifische Bedeutung haben. Andererseits ist beispielsweise die Präposition zu in Infinitivsätzen symbolisch einfach, besitzt jedoch eine äußerst abstrakte Bedeutung. Weiterhin charakterisiert Talmy3 die semantische Funktion von...

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