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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 – Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 6

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Edited By Jianhua Zhu, Jin Zhao and Michael Szurawitzki

Der Band dokumentiert Sektionen aus dem Bereich Sprachdidaktik und Sprachvermittlung auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kognition der Mehrsprachigkeit», darauf folgt die Sektion «Das Lernen und Lehren der deutschen Sprache in einer mehrsprachigen Welt: sprachpolitische Bedingungen und Ansätze». Die Sektion «Die Rolle des Sprachvergleichs beim Erwerb des Deutschen» beschließt den Band.

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Universitäre DAF-Vermittlung auf der Grundlage des Mehrsprachigkeitskonzepts (Marianne Hepp)

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Marianne Hepp (Pisa, Italien)

Universitäre DAF-Vermittlung auf der Grundlage des Mehrsprachigkeitskonzepts

1. Einleitung

Moderne Gesellschaften sind heute zunehmend durch Mehrsprachigkeit gekennzeichnet. Aus diesem Grund hat sich in den letzten Jahren die Debatte um linguistische wie auch didaktische Fragestellungen der Mehrsprachigkeitsforschung deutlich intensiviert.1 Die Ergebnisse der Mehrsprachigkeitsforschung sind immer noch nicht vollständig in die Alltagspraxis der Fremdsprachendidaktik eingemündet, typischerweise ist hier weiterhin von Zweisprachigkeit und Zweitspracherwerb die Rede. Zweisprachigkeit ist auf die Kompetenz in der Muttersprache (L1) und die Beherrschung einer einzigen Fremdsprache fokussiert. In der aktuellen Tertiärsprachenforschung wird zumeist davon ausgegangen, dass sich das Erlernen einer L3 (und weiterer Fremdsprachen) deutlich vom Erlernen einer ersten Fremdsprache (L2) unterscheidet.2 Empirische Studien legen unterschiedliche Lernprozesse bei Tertiärsprachenlernenden gegenüber L2-Lernern nahe. Konsens besteht darin, dass Lerner mit dem Beginn einer zweiten (oder weiteren) Fremdsprache über vielschichtige Erfahrungen aus dem Erlernen der ersten Fremdsprache verfügen. Diese Erfahrungen spiegeln sich in prozeduralem und deklarativem Wissen wider, zu dem Kenntnisse über Lernstrategien und Lerntechniken ebenso wie die bereits erworbenen Sprachkenntnisse der ersten Fremdsprache gehören. Sie betreffen einerseits Fremdsprachenlerntechniken und -strategien, andererseits die bereits erworbenen Sprachkenntnisse.

In engem Zusammenhang mit diesen Prinzipien geht die Interkomprehensionsforschung davon aus, dass beim Erlernen einer Folgefremdsprache aus derselben Sprachfamilie das bereits vorhandene Sprachwissen genutzt werden kann, und zwar so, dass die zwischen den beiden Sprachen liegenden „kognitiven←97 | 98→ Schemata miteinander verbunden werden können.“3 In diesem Konzept spielen Transfermöglichkeiten im Sinne einer...

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