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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Liebe geht durch den Magen (Jutta Berninghausen)

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Jutta Berninghausen (Bremen, Deutschland)

Liebe geht durch den Magen1

Das Kennenlernen kulturspezifischer Speisen und Essgewohnheiten ist eine interkulturelle Erfahrung, bei der man viel über andere Kulturen lernt, aber auch kulturübergreifende Gemeinsamkeiten erleben kann. Wir alle haben durch die Umwelt, in der wir leben, und durch unsere spezifische Sozialisation bestimmte Muster des Denkens, Fühlens, Wertens und potentiellen Handelns ausgebildet, nach denen wir unser Leben organisieren. Kultur manifestiert sich in den verschiedensten Artefakten, Ausdrucksformen und Ritualen eines Landes. Dazu gehören auch die jeweiligen Speisen und Essgewohnheiten.

„Man ist was man isst!“ Diesen Spruch prägte der Philosoph Feuerbach.2 Wenn wir eine Mahlzeit zu uns nehmen, wird viel mehr „mitgegessen“ als Reis oder Kartoffeln, roher Fisch oder Steak. Unsere Ernährung hat immer auch einen psychischen und soziokulturellen Aspekt. Mit dem, was man isst, wie und wo man es isst, vermittelt man gleichzeitig Einstellungen, Moralvorstellungen, Wünsche und Ängste. Über das Essen drückt man aus, ob man arm oder reich ist (oder sein will), ob man alt oder jung ist. In unserer Wohlstandsgesellschaft will man schlank bleiben und nicht zunehmen. Kalorienbewusstes, fettarmes Essen ist hier in Mode gekommen. Genau das, was in Entwicklungsländern des Südens vielerorts noch als Armeleuteessen gilt. Dort ist dick noch gleichbedeutend mit gesund und reich und man versucht, möglichst wohlgenährt auszusehen. Bestimmte „In“-Gerichte oder -Getränke wie z. B. Mate Tee werden überwiegend von Jugendlichen geschätzt. Selbst zwischen Männern und Frauen gibt...

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