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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Kein Raum für Japan? – Deutsch-japanischer Imperialismus in Die Tochter des Samurai (Christin Bohnke)

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Christin Bohnke (Toronto, Canada)

Kein Raum für Japan? – Deutsch-japanischer Imperialismus in Die Tochter des Samurai

Obwohl die Allianz zwischen Nazideutschland und dem Imperialen Japan in den Jahren von 1932 bis 1945 vor allem geopolitischem Kalkül geschuldet und weniger Ausdruck einer echten Verbindung der zwei Nationen war (Maltarich, 2005), implementierten beide Staaten kulturelle Projekte, um nach außen hin ihr Bündnis zu bekräftigen. Eine dieser Kooperationen war der 1937 entstandene Film Die Tochter des Samurai, eine deutsch-japanische Koproduktion, gedreht von dem deutschen Regisseur Arnold Fanck (1889–1974).1 Fanck versuchte, Deutschland und Japan ideologisch zu verbinden, indem er den Volk-ohne-Raum-Topos, der zu dieser Zeit in Deutschland bereits prävalent war, auf Japan übertrug. Sein Film erzählt die Geschichte eines jungen Japaners, Teruo, dem es gelingt, den Osten und Westen harmonisch zu vereinen und dadurch neuen Lebensraum für sein Volk zu sichern. Fanck verband folglich exotisierende Aufnahmen Japans mit quintessentiellen nationalsozialistischen Fragestellungen nach dem Lebensraum des deutschen Volkes.

In diesem Artikel werde ich aufzeigen, dass Teruos spannungsgeladene Stellung zwischen dem Westen und Osten zunächst seine erfolgreiche Teilnahme am japanischen Modernisierungs- und Kolonisierungsprojekt behindert, aber letztendlich die Grundvoraussetzung für seine spätere Eingliederung in den Staat und in seine Familie ist. Die japanische Erde und der japanische Lebensraum sind dabei der Anlass für Teruos Wandel hin zu einem vorbildhaften Mitglied des japanischen Staates.

Die Tochter des Samurai verbindet die Geschichte eines Liebesdreiecks zwischen einem japanischen Mann,...

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