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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 -Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 7

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Kulturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Kulinaristik: Kultur – Kommunikation – Küche». Darauf folgt die Sektion «Begegnungen zwischen den deutschsprachigen Ländern und Asien», bevor die Sektion «Kulturdifferente Lehr- und Lernstile, nationalspezifische Wissenstraditionen und interdisziplinäre Methoden – wohin führt der Weg einer Germanistik als Fremdkulturwissenschaft?» dokumentiert wird. Die Sektion «Interkulturalität (in) der Wissenschaft» beschließt den Band.

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Der machtlose Monopolist. Deutsch-Chinesischer Waffenhandel nach dem Ersten Weltkrieg (Lili Zhu)

Extract

Lili Zhu (Bielefeld, Deutschland)

Der machtlose Monopolist. Deutsch-Chinesischer Waffenhandel nach dem Ersten Weltkrieg

Fragestellung

Kaum ein Aspekt eignet sich besser um die deutsch-chinesischen Beziehungen in der Zwischenkriegszeit zu verstehen, als der Waffenhandel, der sich zu dieser Zeit zwischen beiden Ländern entwickelte. Nicht nur stand dieser Handel im Zentrum der Aufmerksamkeit beider Länder, in den über globale Handelswege transportierten Waffen symbolisierten und materialisierten sich außerdem wie in kaum einem anderen Bereich die Konfliktfelder von Globalität, Modernität, Gewalt und (Post-)Kolonialität, welche die deutsch-chinesischen Beziehungen dieser Zeit prägten. Deutschlands scheinbare Unfähigkeit, den privatwirtschaftlich agierenden Waffenhändlern Einhalt zu gebieten, scheint dabei geradezu beispielhaft für post-koloniale asymmetrische Beziehungen in Vergangenheit und möglicherweise auch Gegenwart. Scheinbar wurde der deutsche Waffenhandel mit China in der Zwischenkriegszeit von fast allen Seiten bekämpft: Vom Versailler Vertrag und den anderen Imperialmächten1 verboten, von den deutschen staatlichen Institutionen bekämpft, von deutschen Botschaftern als Gefahr für Deutschland eingestuft. Und trotzdem blühte der Waffenhandel. Deutschland konnte der mit Abstand wichtigste Waffenlieferant für China werden.

Im Folgenden werde ich argumentieren, dass die deutschen Beamten de facto die Waffenlieferung nach China unterstützten, indem sie verschiedene internationale Regelungen gegeneinander ausspielten. Der deutsche Monopolstatus auf dem chinesischen Waffenmarkt wurde daher erst mit der Hilfe dieser deutschen Beamten erschaffen, auch wenn diese offiziell vorgaben, den Waffenhandel unterbinden zu wollen.2←225 | 226→

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