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Text und Holocaust

Die Erfahrung des Ghettos in Zeugnissen und literarischen Entwürfen

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Jacek Leociak

Der Autor analysiert Tagebücher, Erinnerungen, Memoiren, Chroniken, Berichte und Briefe, die während der Zeit des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung im und um das Warschauer Ghetto entstanden. Er untersucht die Gattungsspezifik und den speziellen Status dieser Texte, die das in Worte zu fassen versuchen, was gemeinhin als unbeschreibbar gilt. Der Autor widerspricht der verbreiteten These von der Unausdrückbarkeit. Er betont die Notwendigkeit des Ausdrucks jener Erfahrung und die Notwendigkeit des Versuchs zu verstehen.

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4 Gründe für das Schreiben

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Das Papier, auf dem die Chroniken des Holocaust festgehalten waren, wurde auf die Erde geworfen wie ein Samenkorn für eine künftige Ernte. So sah es der jüdische Dichter Abraham Sutzkever im Wilnaer Ghetto im März 1943. Sein Gedicht „Kerndlekh vayts“ [Weizenkörner] ist ein Kommentar zu einer Aktion, an der Sutzkever sich beteiligte und bei der Bücher und Manuskripte aus dem Jüdischen Wissenschaftlichen Institut in Wilna und der dortigen M.-Straszun-Bibliothek versteckt wurden:

Grab ich und pflanz Manuskripte,

und geht mir der Mut verlorn,

dann denk ich an Ägypten –

die Geschichte vom Weizenkorn.

Und ich erzähle den Sternen:

Einst baute ein Pharao

seine Pyramide am Nil

und fand nach seinem Tode

da sein ewiges Domizil.

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