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Geschichte des Neukantianismus

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Andrzej J. Noras

Das Buch ist die erste systematische Bearbeitung der neukantianischen Philosophie. Eine der wichtigsten philosophischen Richtungen der Wende des neunzehnten und zwanzigsten Jahrhunderts stand im Mittelpunkt des Interesses und der Analyse, aber aus vielen Gründen wurde sie etwas vergessen. Erst in den 1980er-Jahren begann die Forschung zum Neukantianismus wieder. Der Bezugspunkt war der erste Versuch, den Neukantianismus zu kodifizieren, der 1923 in der von K.T. Österreich herausgegebenen Grundriss der Geschichte der Philosophie von F. Überweg gemacht wurde. So erhält der Leser einen Überblick über die wichtigsten Vertreter aller sieben neukantianischen Richtungen.

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3. Die Situation der deutschen Philosophie in der Mitte des 19. Jahrhunderts

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In der Mitte des 19. Jahrhunderts präsentiert sich die Situation der Philosophie etwas anders im Jahr von Hegels Tod. Auf der einen Seite zeigen sich die Unterschiede zwischen den Studenten von Hegel284, auf der anderen Seite offenbart sich die Tendenz, mit dem spekulativen Charakter zu brechen und der Philosophie einen wissenschaftlichen Charakter zu geben, was sich während dieser Zeit vor allem in dem Konzept von Trendelenburg widerspiegelt. Zugleich zeigt sich ein „spekulativer Theismus“, zu dessen Vertretern vor allem Immanuel Hermann Fichte und Christian Hermann Weisse, aber auch – zumindest nach Ansicht von Friedrich Überweg – Hermann Lotze gehören.285 Überweg hielt Lotze sogar für den stärksten Vertreter des spekulativen Theismus.286 Andererseits hat Richard Falckenberg die Vertreter des spekulativen Theismus den „Halb- oder Pseudohegelianern“ zugerechnet, „welche sich mit den theistischen Lehren der Rechten einverstanden erklären, den Linken aber darin Recht geben, daß sie Hegels eigene Meinung oder doch die richtigen Konsequenzen aus dessen Standpunkt vertreten“287. Interessant ist, dass Lehmann dagegen Lotze nicht direkt dem spekulativen Theismus zuordnet, sondern ihn als Vertreter des „Spätidealismus“ behandelt ebenso wie später Schelling, Weisse, Immanuel Hermann Fichte oder Gustav Theodor Fechner.288 Falckenberg hält Weisse und Immanuel Hermann Fichte für spekulative Theisten und neben ihnen auch Denker wie Karl Philipp Fischer (1807–1885), Professor an der Universität Erlangen, und [Christlieb] Julius Braniß (1792–1873), Professor an der Universität Breslau und ein Schüler von Schleiermacher.289

Marek Kazimierczak beschreibt die Situation der Philosophie in...

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