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Von der Scharia zum modernen Rechtsstaat

Unter besonderer Berücksichtigung der Haymatlozen

Alexandra Üner

Das Buch beschäftigt sich mit der türkischen Rechtsgeschichte, beginnend im Osmanischen Reich bis zur Entstehung des modernen türkischen Rechtswesens. Die Autorin untersucht dabei insbesondere die Mitwirkung emigrierter deutschsprachiger Juristen nach 1933, der sogenannten «Haymatlozen». Dadurch kann sie die Bedeutung der ausländischen Wissenschaftler für die Transformierung des Rechtswesens, die Neugestaltung der Rechtsordnung durch die Übernahme fremden Rechts sowie die Genese des modernen türkischen Rechtsstaates analysieren.

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3 Bildungsreformen und die deutsch-türkische Emigration

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3   Bildungsreformen und die deutsch-türkische Emigration

3.1   Die deutsch-türkischen Beziehungen nach dem Ersten Weltkrieg

Die deutsch-türkischen Beziehungen können im Laufe ihrer Geschichte als langes und wechselhaftes Verhältnis bezeichnet werden, deren Anfänge bis ins Mittelalter zurückreichen. Erwähnenswert sind die Militärreformen im 19. Jahrhundert, die das Osmanische Reich mit Hilfe deutscher Offiziere durchführte.584 Ende des 19. Jahrhunderts und Anfang des 20. Jahrhunderts intensivierten sich die diplomatischen und politischen Beziehungen zunächst durch die Einweihung der ersten deutschen Botschaft in Konstantinopel (1877) und später durch gemeinsame Bauprojekte, wie etwa die von der deutschen Firma Holzmann errichteten Bahnhöfe von Haydarpascha in Istanbul.585

Nach dem Ersten Weltkrieg war von deutscher Seite ein Interesse am ehemaligen Bündnispartner Türkei kaum mehr vorhanden. Obwohl Mustafa Kemal entschieden gegen den Eintritt in den Ersten Weltkrieg war, führte die Niederlage im Krieg im positiven Sinne dazu, dass sich Deutschland und die Türkei gegenüber den Siegermächten in derselben Position befanden und sich eine gewisse „Sympathie“ zwischen den ehemaligen Partnern ergeben hatte. Die Türkei war zu jener Zeit jedoch mehr mit sich selbst und dem Aufbau der neuen Republik beschäftigt.586

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