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Geheimnisvolles Alsenviertel am Bundeskanzleramt

Helmut Zschocke

Der Ort des Bundeskanzleramts und die daneben liegende Grünfläche des Spreebogens verbergen ein Geheimnis. Sie bildeten das noble Alsenviertel. Dessen letzter steinerner Zeuge ist die Schweizer Botschaft. Viele prominente Persönlichkeiten haben hier gewohnt und gewirkt: Minister, Generäle, hohe Beamte, ausländische Botschafter, Großgrundbesitzer, Unternehmer, Ärzte und Künstler. Hier befanden sich außerdem der kaiserliche Generalstab und das NS-Innenministerium. Die Namen der Bewohner finden sich im Berliner Adressbuch. Aber erst zusätzliche Quellen erhellen die bemerkenswerten, teilweise unbekannten wechselhaften Schicksale so mancher Prominenter. Unter der NS-Herrschaft schlägt die Stunde des Alsenviertels – bereits im Frieden!

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2 Erste Besiedlung des Spreebogens

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Die alte Schiffer- und spätere Roonstraße bleibt jahrhundertelang die westliche Grenze der Besiedlung des Spreebogens. Während in diesem Ostteil des Halbrunds über die Zeiten hinweg Altes verschwindet, Neues entsteht, geschieht westlich der Straße nichts; die Holzplätze bleiben Holzplätze. Erst im Verlauf der siebziger Jahre des neunzehnten Jahrhunderts setzten dort Veränderungen ein. Warum so spät? Warum bleibt die Besiedlung für so lange Zeit auf den Osten beschränkt?

In diesem Kapitel geht es um die Urbanisierung dieses Ost-Teils des Spreebogens. Die Darstellung erstreckt sich bis in das 20. Jahrhundert hinein. Dass im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts das Leben auch im mittleren und westlichen Bogen einzieht, wird hier nicht berücksichtigt; unbeantwortet bleibt vorerst auch die Frage nach den Ursachen dieser Verzögerung.

Östlich der Schifferstraße, später Roon-, heute Konrad-Adenauer-Straße, befindet sich zuerst nur ein landwirtschaftliches Gut, damals zumeist als Vorwerk bezeichnet. Kurfürst Joachim Friedrich hatte es im Jahre 1604 seiner Gemahlin Eleonora verliehen. Die Gebäude der „Habermaßischen Meierei“ – so die spätere Bezeichnung – sind lange Zeit die ersten Häuser im Spreebogen. Zu ihnen gesellt sich nur ein 1656 vom Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm angelegter Holzplatz. Die seit 1735 vom Brandenburger Tor zum Unterbaum, dem Vorgänger der heutigen Kronprinzenbrücke, verlaufende Akzisemauer ist so angelegt, dass Vorwerk und Holzplatz dicht außerhalb der Stadt liegen. Heute würde die Meierei die unmittelbare nördliche Nachbarschaft zum...

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