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Geheimnisvolles Alsenviertel am Bundeskanzleramt

Helmut Zschocke

Der Ort des Bundeskanzleramts und die daneben liegende Grünfläche des Spreebogens verbergen ein Geheimnis. Sie bildeten das noble Alsenviertel. Dessen letzter steinerner Zeuge ist die Schweizer Botschaft. Viele prominente Persönlichkeiten haben hier gewohnt und gewirkt: Minister, Generäle, hohe Beamte, ausländische Botschafter, Großgrundbesitzer, Unternehmer, Ärzte und Künstler. Hier befanden sich außerdem der kaiserliche Generalstab und das NS-Innenministerium. Die Namen der Bewohner finden sich im Berliner Adressbuch. Aber erst zusätzliche Quellen erhellen die bemerkenswerten, teilweise unbekannten wechselhaften Schicksale so mancher Prominenter. Unter der NS-Herrschaft schlägt die Stunde des Alsenviertels – bereits im Frieden!

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3 Urbanisierung im Umfeld

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Die langanhaltende rätselhafte Brachlage von großen Teilen des Spreebogens steht ja nicht nur im krassen Gegensatz zur lebendigen Urbanisierung im östlichen Viertel des Halbrunds. Auch ringsum – im Süden, im Westen und zudem jenseits der Spree im Norden – ist die Erschließungen in vollem Gange. Ganz im Osten, auf der Stadtseite der Akzisemauer, sind nicht nur längst alle Grundstücke besetzt, hier weichen bereits alte Nutzungen wie die Kattunfabrik Sieburg oder die Maschinenbauanstalt Freund, die nicht mehr in die dortige Stadtlandschaft passen, neuen Bebauungen. Insbesondere in der Kasernenstraße, nun Sommerstraße, entstehen nach 1845 attraktive Wohnhäuser.

Sommerstraße Ecke Dorotheenstraße, im Hintergrund Ostflügel der Kaserne. F. Albert Schwartz

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In den Zelten

Westlich des Spreebogens gehen erste Ansiedlungen bis ins 18. Jahrhundert zurück. Es beginnt damit, dass Hans Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff im Auftrag von König Friedrich II. den Tiergarten aus einem Jagdrevier in einen für jedermann zugänglichen Erholungswald umgestaltet. Die Berliner erobern den neuen Park, und viele von ihnen suchen gern die Lichtung an der Mündung des Porzellangrabens auf, die sich gegenüber dem Kurfürstenplatz befindet, der auch Zirkel und später Zeltenplatz genannt wird. Nichts liegt näher als den ermüdeten Wanderern an diesem Ort Erfrischungen anzubieten.

Bei den Zelten, Ölgemälde von Philipp Hackert. 1761

Die beiden Hugenotten Dortu und Thomassin erhalten 1745 die Erlaubnis, Tee, Kaffee, Schokolade,...

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